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Renommierter Forscher und prägende Führungspersönlichkeit: Alt-Dekan Wilhelm Schmitz verstorben
Die Universität Münster trauert um ihr Mitglied, den Universitätsprofessor für Pharmakologie und Toxikologie, Dr. med. Dr. h.c. Wilhelm Schmitz, der am 19. Dezember 2025 im 77. Lebensjahr in Senden verstorben ist.
Wilhelm Schmitz wurde am 15. Oktober 1949 in Brühl geboren. Nach dem Abitur studierte er Medizin in Liège/Belgien, in Münster und in Mainz, wo er an der Johannes-Gutenberg-Universität 1975 das Examen ablegte, im Folgejahr den Doktorgrad erwarb und die ersten wissenschaftlichen Stellen annahm. Ab 1977 an der Medizinischen Hochschule Hannover tätig, wechselte er 1982 an die Universität Hamburg, habilitierte dort 1986 und wurde 1988 zum Universitätsprofessor für Biochemische Pharmakologie ernannt.
1993 nahm der Arzt und Forscher einen Ruf der Universität Münster an. Am dortigen Institut für Pharmakologie und Toxikologie, das er 16 Jahre lang leitete, setzte er seine erfolgreiche Arbeit fort, deren Fokus vor allem auf der Physiologie, Biochemie und Pharmakologie des Herz-Kreislauf-Systems sowie dem Wirkungsmechanismus herzwirksamer Pharmaka lag. Das wissenschaftliche Werk von Wilhelm Schmitz umfasst über 200 Originalarbeiten und wurde in hochrangigen Zeitschriften wie Nature, Lancet oder Circulation publiziert. Für seine wichtigen Entdeckungen zur molekularen Pathophysiologie und Pharmakologie bei Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen verlieh ihm die Universität Bratislava 2012 die Ehrendoktorwürde.
Für die Belange seines Fachgebietes war Wilhelm Schmitz auf nationaler wie internationaler Ebene aktiv. So stand er der Deutschen Gesellschaft für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie als Präsident vor und brachte sich bei zwölf Fachjournalen sowie vielen Fördergebern wie DFG und BMBF als Gutachter ein. Auch für seine Universität engagierte sich Wilhelm Schmitz in vielfältiger Weise, unter anderem als Prodekan und als Prorektor. Letzteres Amt legt er 2008 nieder, als er zum ersten hauptamtlichen Dekan der Medizinischen Fakultät gewählt wurde.
In zwei Amtszeiten arbeitete Wilhelm Schmitz intensiv an der Schärfung und Neuausrichtung des Forschungsprofils der Universitätsmedizin Münster. Seine bis 2016 reichende Ägide schuf die Basis für Erfolge wie die Einwerbung eines Exzellenzclusters, die Akquisition neuer Sonderforschungsbereiche und den Bau neuer Gebäude. Auch durch intensive Nachwuchsarbeit und die Etablierung neuer Förderinstrumente prägt Wilhelm Schmitz die Fakultät bis heute. Als Dekan qua Amt auch Vorstandsmitglied des Universitätsklinikums, war er stets Garant für eine enge Verzahnung von Forschung und Krankenversorgung.
Die Universität Münster verliert mit Wilhelm Schmitz einen renommierten Wissenschaftler, einen Forschungsmanager mit bleibenden Spuren und einen auch für seine Wesensart und seinen Humor hoch geschätzten Kollegen.
Der Rektor der Universität Münster
Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Johannes Wessels
Der Dekan der Medizinischen Fakultät
Univ.-Prof. Dr. med. Frank Ulrich Müller
Der komm. Direktor des Institutes für Pharmakologie und Toxikologie
Prof. Dr. med. Uwe Kirchhefer
Der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Münster
Univ.-Prof. Dr. med. Alex W. Friedrich
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Eine akademische Gedenkfeier zu Ehren von Univ.-Prof. Wilhelm Schmitz findet statt am 6. Februar 2026 um 11.00 Uhr im Hörsaal der Medizinischen Fakultät, Domagkstraße 3.





