Nach meinem Biologiestudium promovierte ich im Bereich der menschlichen Stammzellen an der University of California, San Francisco (UCSF) und der Stanford University. 2008 kam ich zum CeRA, um die molekulare Zusammensetzung des spermatogonialen Stammzellkompartiments des Hodens während der Entwicklung und bei männlicher Unfruchtbarkeit zu untersuchen.
Innerhalb der CRU326 konzentriert sich unsere Forschung auf die molekularen Veränderungen des spermatogonialen Kompartiments bei Männern mit gestörter Spermienproduktion. Dazu wenden wir Einzelzell-RNA-Sequenzierung und quantitative Markerprofilierung an. Als Mitglied des ORCHID-NET-Konsortiums und von ReproTrack.MS konzentrieren wir uns auf Maßnahmen zur Erhaltung der Fruchtbarkeit bei Jungen. Hier versuchen wir die molekularen und zellulären Veränderungen zu verstehen, die mit der Spermatogonienreifung von der Geburt über die Pubertät bis zum Erwachsenenalter verbunden sind.
Im Rahmen des CRC1748, in Zusammenarbeit mit Prof. Sara Wickström (Zell- und Gewebedynamik (Wickström) | Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin), verfolgen wir das Ziel, den bislang unbekannten Einfluss von mechanischen Kräften auf die Funktion der spermatogonialen Stammzellnische aufzuklären. Unser Fokus liegt auf Männern mit einer schweren Form der Unfruchtbarkeit (Cryptozoospermie). In deren Hodengeweben werden wir die pathologische Zusammenhänge zwischen Mechanoaktivierung sowie der transkriptionellen und epigenetischen Regulation von Stammzellen analysieren, die die Differenzierung von Keimzellen beeinflussen können.
Im Rahmen von ContraPur – Kontrazeption durch Kontrolle der purinergen Steuerung des Spermientransports im Hoden - Gesundheitsforschung BMFTR erweitern wir die grundlegende, wissenschaftliche Basis für die Entwicklung neuartiger, nicht-hormoneller Kontrazeptiva für Männer. Dabei untersuchen wir den biologischen Mechanismus des Spermientransports durch die Samenkanälchen des Hodens. Dieser Transport wird durch die peritubulärer Hodenzellen vermittelt, welche die Samenkanälchen einschließen. Um die zentralen regulatorischen Signalwege zu entschlüsseln, nutzen wir OMICS Datensätze, und validieren diese anschließend in einem etablierten Zellkultursystem.
Dr. med. Jann-Frederik Cremers Oberarzt Facharzt für Urologie, Andrologie und Medikamentöse Tumortherapie Tel.: +49 (0)251 83 56095 E-Mail: Jann-Frederik Cremers ResearchGate
Ich bin Urologe und Androloge und verantworte oberärztlich den chirurgischen Teil des CeRA. In meiner Sprechstunde sehe ich Patienten mit den unterschiedlichsten andrologischen Problemstellungen. Einen Schwerpunkt bilden hier männliche Fertilitätsstörungen, welche unterschiedlichste Ursachen haben können. Als verantwortlicher Operateur führe ich daher häufig Operationen wie die mikrochirurgische testikuläre Spermienextraktion (mTESE) bei Patienten mit einer Azoospermie (fehlenden Spermien im Ejakulat) durch. Diese Spermien können dann im Rahmen einer künstlichen Befruchtung verwendet werden. Durch die mTESE haben somit viele der Paare mit unerfülltem Kinderwunsch die Chance auf eine Elternschaft. Wissenschaftlich interessieren mich im Rahmen der engen Zusammenarbeit mit Frau Prof. Dr. Neuhaus die zugrundliegenden zellbiologischen Mechanismen, deren Verständnis in Zukunft potentiell vielen unserer Patienten helfen können.
Dr. med. Claudia Krallmann Oberärztin Fachärztin für Urologie, Andrologie und für Allgemeinmedizin Tel.: +49 (0)251 83 56095 E-Mail: Claudia Krallmann
Nach Studium und Promotion in Münster erlangte ich die Facharztbezeichnung als Urologin und Allgemeinmedizinerin. Seit 2006 arbeite ich am CeRA und konnte hier meine Weiterbildung in Andrologie und Sexualmedizin komplettieren. Aktuell arbeite ich als Oberärztin in der Klinik für Andrologie, in der jährlich ca. 4500 Patienten zu allen andrologischen Fragestellungen gesehen werden. Ich sehe mich als wichtige Schnittstelle zwischen den Patienten der Klinik und den Forschenden. Fragestellungen aus Klinik und der Wissenschaft können kontinuierlich diskutiert und Forschungsansätze auf klinische Relevanz geprüft werden. Dieser translationale Forschungsansatz "from bench to bedside and back" vernetzt meine Arbeit mit den Arbeitsgruppen im CeRA und der Reproduktionsgenetik. Vorrangige Themen sind die Fertilitätsprotektion im präpubertären Alter und die schwersten Formen der Infertilität.
Dr. med. Florian J. Schneider Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Neonatologie und Diabetologie Tel.: +49 (0)251 83 46031 E-Mail: Florian Schneider
Als ich mein Studium in Argentinien abgeschlossen hatte, war ich fest entschlossen, mich dem Thema Reproduktion zu widmen. Daher begann ich zunächst Forschungsarbeiten im Bereich der Immunologie der Schwangerschaft, wechselte dann in die Klinik, um mich zum Embryologen ausbilden zu lassen, und kehrte schließlich in die Wissenschaft zurück, um in Münster zu promovieren. Während dieser Zeit konzentrierte ich mich auf das Verständnis der Hodenentwicklung auf Einzelzell-RNA-Ebene und verwendete Marmosetten als Modell, wobei mein Hauptinteresse der spermatogonialen Stammzelldifferenzierung galt. Jetzt arbeite ich als Medical Scientist im Rahmen des Projekts ReproTrack.MS an demselben Thema weiter und bin außerdem Vorstandsmitglied von NYRA, dem Netzwerk für junge Forschende in der Andrologie.
Nach dem Abschluss eines Bachelor- und Masterstudiums in Biochemie sowie Molekular- und Zellbiologie promovierte ich im Bereich der Reproduktionsbiologie an der Universität Mons (Belgien). Meine Doktorarbeit befasste sich mit der Rolle des Spermienproteins CRISP2 bei der Spermium-Eizell-Interaktion sowie mit dessen Charakterisierung beim Menschen. Diese Arbeit weckte ein nachhaltiges Interesse an den molekularen Mechanismen, die die Befruchtung und die Regulation reproduktiver Prozesse steuern. Seit Februar 2026 arbeite ich als Postdoktorand im Rahmen des vom BMFTR geförderten ContraPur-Projekts. Ziel dieses Projekts ist es, das purinerge Signalnetzwerk im Hoden besser zu verstehen, mit besonderem Fokus auf den testikulären peritubulären Myoidzellen, den kontraktilen Zellen, die die Samenkanälchen umgeben. In einer Zeit, in der männliche Kontrazeption zunehmend an Bedeutung gewinnt, trägt diese Forschung zur Entwicklung innovativer Strategien für eine gemeinsame Verantwortung bei der Empfängnisverhütung bei.
Bereits während meines Biologiestudiums packte mich das Interesse für die Reproduktionsforschung. Im Rahmen meiner Masterarbeit beschäftigte ich mich deshalb in der Arbeitsgruppe Neuhaus mit epigenetischen Modifikationen in den Stammzellen des menschlichen Hodens von älteren und unfruchtbaren Männern, um die männliche Reproduktionsbiologie besser zu verstehen und mögliche alters- und unfruchtbarkeitsbedingte Veränderungen zu untersuchen. Gegenstand meiner aktuellen Promotion ist die postnatale Hodenentwicklung. Dabei interessiere ich mich insbesondere für die Differenzierung der spermatogonialen Stammzellen von der Geburt bis zur Pubertät, sowie für die methylierten DNA-Regionen der einzelnen Keimzellstadien während der Entwicklung.
Momentan fertige ich hier am CeRA meine Masterarbeit an. In meinem Forschungsprojekt arbeite ich überwiegend mit humanen Proben und führe immunhistochemische Färbungen an Hodengewebe durch. Im Zentrum meiner Masterarbeit steht das Verständnis der Veränderungen durch geschlechtsangleichende Hormontherapie (GAHT) bei Trans*Frauen im jungen Erwachsenenalter. Mein Fokus liegt insbesondere auf den Veränderungen im somatischen Zellkompartiment sowie auf deren Zusammenhang mit der Reduzierung von Keimzellen entlang verschiedener Differenzierungsstadien. Dieses Projekt ist zudem von besonderer Bedeutung im Kontext der Fertilitätsprotektion bei geschlechtsangleichender Behandlung.
Ich studiere im M.Sc. Biowissenschaften und habe mich schon immer für den Bereich der Reproduktionsmedizin interessiert. Im Rahmen meiner Masterarbeit untersuche ich die Auswirkungen der Behandlung mit Pubertätsblockern auf das Hodengewebe von Trans*Mädchen. Dabei liegt mein Fokus auf den Keimzellen und dem somatischen Zellkompartiment. Das Ziel besteht darin, ein besseres Verständnis der reproduktiven Gesundheit zu fördern und die medizinische Versorgung von Trans*Mädchen zu verbessern, insbesondere im Hinblick auf Fertilitätsprotektion.
Marco Rüther Medizinischer Doktorand E-Mail: Marco Rüther
Im Rahmen meines Medizinstudiums schreibe ich hier am CeRA meine experimentelle Doktorarbeit und arbeite darüber hinaus auch als Studentische Hilfskraft. In meinem Projekt erforsche ich Mechanismen, die die Integrität der männlichen Keimbahn sichern. Dazu untersuche ich Hodengewebe aus unterschiedlichen Entwicklungsstadien, um letztendlich neue Erkenntnisse zur männlichen Fertilität gewinnen zu können.
Ich bin MTA und in der Histologie tätig. Ich arbeite hauptsächlich in der Arbeitsgruppe für das Androprotect-Projekt mit und mache dafür viele immunhistochemische Färbungen. Dazu gehört auch die Analyse der Gewebeproben mittels eines Quantifizierungsprogrammes und deren Datenverarbeitung. Außerdem unterstütze ich den Klinikbereich mit der Aufarbeitung der Gewebeproben für das Kinderwunsch-Centrum.
Ehemalige
Dr. Sara Di Persio Wissenschaftliche Mitarbeiterin