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Mit Computersimulation die ärztliche Realität üben: Anna Junga für VR-Lernzentrum ausgezeichnet

Leistet preisgekrönte Arbeit zum Einsatz von VR in der medizinischen Ausbildung: Dr. Anna Junga (Foto: Uni MS/Leon Pielage)

Münster (mfm/jg) – Gummipuppen zeigen bekanntlich keine Abwehrreflexe, menschliche Simulationspatienten dafür oft zu viele – wie also können angehende Ärztinnen und Ärzte möglichst realistisch eine Hirntoddiagnostik trainieren? Die Lösung: eine Virtual-Reality-Patientensimulation. Sie ist nur eines der Lehrangebote, die das Lernzentrum für VR am Institut für Ausbildung und Studienangelegenheiten (IfAS) der Universität Münster seinen Studierenden macht. Als treibende Kraft hinter dem Aufbau der Einrichtung hat Dr. Anna Junga jetzt den „Nachwuchspreis Lehrende“ der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) erhalten, samt 1.200 Euro Dotierung.

„Die Auszeichnung möchte Nachwuchs-Lehrende, die sich in den letzten Jahren sehr für die Verbesserung der Lehre und/oder Weiterbildung beigetragen haben, fördern und honorieren“, heißt es in der Ausschreibung der GMA. Junga, Fachärztin für Urologie, ist seit 2020 am IfAS tätig: In dieser Zeit hat sie den Bereich „Digitale Lernmethodik“ aufgebaut, der auch das deutschlandweit größte medizinische Lernzentrum für Virtual Reality (computergenerierte 3D-Welt) umfasst. „Den ersten Kurs haben wir im Juli 2021 curricular verankert“, erzählt die Preisträgerin. „Mittlerweile können wir parallel mit zwölf Leuten Kurse durchführen und diese zugleich aus dem Beobachtungsraum supervisieren.“

Alle Kurse sind Teil des Curriculums; dazu zählen nicht nur Veranstaltungen zu VR, sondern mittlerweile auch zu Künstlicher Intelligenz (KI). „Die virtuellen Methoden sind dabei kein Ersatz für die traditionellen Ansätze, sie ergänzen sich. Wir wollen die Lücken schließen, die bisher nicht zu schließen sind – wie bei der Hirntoddiagnostik“, so Junga. Fast alle Projekte fallen in die Lehrforschung: Während der Lehre werden also Daten erhoben, die die Wissenschaft wiederum zur Evaluation und Optimierung verwendet. Im gegenwärtigen Semester haben Junga und ihr Team ein Modul zum Strahlenschutz curricular etabliert, zum kommenden Sommer soll unter anderem die virtuelle Leichenschau folgen.

beispielhafte Publikation aus der VR-Lehrforschung

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