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Geschlecht, Alter, Risiko: Verbundstudie erhält Projektpreis 2025 der Deutschen Rheumastiftung
Münster (mfm/nn) – Geschlechterspezifische Untersuchungen nehmen in der Medizin an Bedeutung zu. Dennoch sind Frauen in medizinischen Daten noch unterrepräsentiert. Somit fehlen oft wichtige Informationen, wodurch Unterschiede unklar und Risiken unerkannt bleiben. Genau da setzt das standortübergreifende Projekt DREAM an. Worum es bei der Studie unter der Leitung der Universität Münster geht, macht deren Langtitel deutlich: „Der Einfluss des Geschlechts und der Alterung des Immunsystems auf das Risiko für Atemwegsinfektionen bei Psoriasis-Arthritis“. Das Forschungsteam um Priv.-Doz. Dr. med. Rebecca Hasseli-Fräbel und Dr. Nadine Al-Azem sowie ihre Kolleginnen aus Neuss, Bischofsheim, Düsseldorf und Dortmund möchten eine lange klaffende Forschungslücke schließen und erhalten dafür Unterstützung von der Deutschen Rheumastiftung. Diese hat der Forschungsgruppe ihren Projektpreis 2025 verliehen, der mit 10.000 Euro dotiert ist.
In dem partizipativen Forschungsprojekt, das in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Prof. Silvia Capellino am Leibniz-Institut in Dortmund und gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern der Deutschen Rheuma-Liga entsteht, untersuchen die Forschenden, wie das Immunalter und geschlechtsspezifische Unterschiede das Risiko für Atemwegsinfektionen bei Menschen mit Psoriasis-Arthritis beeinflussen. Das ist eine entzündliche Gelenkerkrankung, die bei Betroffenen mit Schuppenflechte auftreten kann und schmerzhafte, steife oder geschwollene Gelenke verursacht. „Diese Ergebnisse sollen wichtige Erkenntnisse für die gezielte Prävention und Versorgung von Betroffenen mit rheumatischen Erkrankungen liefern“, so Hasseli-Fräbel. Die Forschenden wollen verstehen, wie das sogenannte „Immunalter“ und geschlechtsspezifische Unterschiede das Infektionsrisiko beeinflussen.
Das Immunalter beschreibt den Zustand des Abwehrsystems. Es kann sich vom Lebensalter aufgrund verschiedener Einflüsse unterscheiden. Menschen mit Psoriasis-Arthritis leiden häufiger an Atemwegsinfektionen – warum, ist bislang kaum untersucht. „Wir wissen, dass Frauen und Männer zudem unterschiedlich häufig erkranken. Aber wir kennen die Ursache oft nicht“, erklärt Rebecca Hasseli-Fräbel. „Unser Ziel ist es, diese Unterschiede sichtbar zu machen – damit jeder und jede die Behandlung bekommt, die wirklich passt.“
Mit dem Projektpreis unterstützt die Deutsche Rheumastiftung Projekte, die das Wissen über rheumatische Erkrankungen erweitern. Das prämiierte Vorhaben soll helfen, die Beschwerden und Bedürfnisse der Betroffenen besser zu verstehen und die Folgen der Erkrankung klarer einzuordnen. Das Preisgeld ermöglicht Dr. Nadine Al-Azem eine temporäre Freistellung von der klinischen Arbeit, um sich auf die Forschungsarbeit konzentrieren zu können. „Die Studie befindet sich in der Umsetzung, Daten liegen also noch nicht vor,“ so Hasseli-Fräbel. Allerdings blickt sie optimistisch in die Zukunft: „Wir erwarten im Laufe des Jahres 2026 aussagekräftiges Material, das uns dabei hilft, die Forschungslücke zu schließen.“



