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Neue Erkenntnisse zu Parkinson: Entzündungshemmender Wirkstoff führt zu stammzellbasierter Regeneration

Dr. Jens Schwamborn bei der Arbeit im Labor (Foto: nh)

Münster (mfm/nh) – Stammzellen im gesunden Gehirn haben die Fähigkeit, neue differenzierte Zelltypen zu bilden, beispielsweise Nervenzellen. Nicht so bei Parkinson-Patienten: Eine Entzündung ist dafür verantwortlich, dass sich bei Betroffenen der „Schüttelkrankheit“ die Aktivität der Stammzellen im Gehirn verringert und sie weniger neue Zellen bilden können. Dr. Jens Schwamborn und seine Forschungsgruppe an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) konnten nun nachweisen, dass entzündungshemmende Wirkstoffe zur stammzellbasierten Regeneration bei Parkinson führen. In einem Maus-Modell gelang es den Forschern, die Krankheitssymptome zu lindern.
Bei der Parkinson-Erkrankung leiden die Patienten unter Muskelzittern und verlangsamten Bewegungen bis hin zur Muskelstarre. Wie Alzheimer gehört Parkinson zu den neurodegenerativen Krankheiten, also solchen, die mit einem Verfall des Nervensystems einhergehen. Die internationalen Wissenschaftler der Gruppe „Stammzellbiologie und Regeneration“ vom Zentrum für Molekularbiologie der Entzündung (ZMBE) der WWU interessieren sich für die Rolle, die adulte neurale Stammzellen bei regenerativen Ansätzen zur Therapie solcher Krankheiten spielen können.
Das Forscherteam hatte die Idee, dass die Entzündungsreaktion, die in Verbindung mit der Parkinson-Krankheit auftritt, für das gehemmte regenerative Potenzial dieser Stammzellen verantwortlich sein könnte. Zellkulturstudien und spätere Langzeitversuche an Mäusen bestätigten die Vermutung: Wenn Mäuse, in denen die Parkinsonkrankheit induziert wurde, einen entzündungshemmenden Stoff (Minocyclin) erhalten, führt dies zur Aktivierung von Stammzellen im Gehirn. Die Veränderung ist auch äußerlich sichtbar, denn eine bessere Bewegungskoordination der Tiere ist die Folge.
Zur Überraschung der Forscher bildeten sich aus den neuen Stammzellen jedoch keine Nervenzellen, sondern so genannte Oligodentrozyten. Sie sind dafür verantwortlich, dass die Signalübertragung der Neuronen im Gehirn funktioniert. Damit ist es also vermutlich möglich, die noch vorhandenen Nervenfasern im Parkinson-Gehirn zu stabilisieren und eine Verbesserung des Krankheitsbildes zu erzielen. Ihre Forschungsergebnisse publizierte die ZMBE-Gruppe in der Fachzeitschrift „Stem Cell Resarch & Therapy“.

Link zur Studie: http://stemcellres.com/content/3/4/33/abstract

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