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Längere Überlebenszeit durch erweiterte Gewebeentfernung: Dr. Müther für „beste Tumor-Publikation des Jahres“ ausgezeichnet

Zusammen mit Dr. Michael Müther (r.) freut sich auch Klinikdirektor Prof. Walter Stummer über die fachliche Anerkennung aus den aus den USA (Foto: FZ / E. Wibberg)

Münster (mfm/lt) – Glioblastome zählen zu den häufigsten bösartigen Hirntumorarten bei Erwachsenen. Steht die Diagnose einmal fest, ist die Überlebenszeit gering: Eine vollständige Heilung ist derzeit ausgeschlossen. Wissenschaftler und Ärzte arbeiten daher kontinuierlich daran, neue Therapieansätze zu entwickeln um das Leben von Patienten mit Glioblastomen zu verlängern. Für seine Forschungen auf diesem Gebiet wurde jetzt Dr. Michael Müther, Wissenschaftler der Universität Münster, von der amerikanischen Fachgesellschaft Congress of Neurological Surgeons (CNS) mit dem Award für die beste Tumor-Publikation des Jahres („Tumor-Paper of the Year“) ausgezeichnet. Als derart geehrter Experte ist Müther eingeladen, die Ergebnisse seiner Studie auf dem CNS-Kongress im November zu präsentieren.

In der Behandlung von Patienten mit einem Glioblastom werden verschiedene bildgebende Verfahren angewandt, die zeitgleich das Gewebe definieren, dass bei einer Operation entfernt werden soll. Zu diesen Verfahren gehört auch die Untersuchung des Aminosäurestoffwechsels im Hirn: Aminosäuren werden von Hirntumoren – anders als vom gesundem Hirngewebe - vermehrt aufgenommen. Durch eine Positronem-Emissions-Tomographie (PET) nach Verabreichung der schwach radioaktiv angereicherten Aminosäure 18F-Fluorethylthyrosin (18F-FET) lässt sich daher der Aminosäurestoffwechsel nach der operativen Entfernung der Hirntumore analysieren. Oft offenbart die 18F-FET-PET dabei einen größeren betroffenen Bereich als beispielsweise eine Magnetresonanztomografie (MRT) mit dem Kontrastmittel Gadolinum. „Unsere Forschungen zeigen, dass operative Entfernungen der 18F-FET-PET-aktiven Tumoranteile zu längeren Überlebenszeiten der Patienten führen“, erläutert Dr. Michael Müther, der in der münsterschen Uniklinik für Neurochirurgie eine Arbeitsgruppe leitet.

Die Ergebnisse ihrer Arbeit haben die Forscher in der Fachzeitschrift „Neurosurgery“, dem offiziellen Publikationsorgan des CNS, veröffentlicht. Durch ihre Auszeichnung für die beste wissenschaftliche Veröffentlichung will die Fachgesellschaft Innovationen würdigen und deren Einführung in die Breite der Neurochirurgie vorantreiben.

Link zu der ausgezeichneten Publikation bei PubMed

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