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Der feine Unterschied: neue Erkenntnisse zu Gefäßentzündungen bei Diabetes

Preisträgerin Dr. Dilvin Semo zwischen Organisatoren der DGK-Herztage 2026, auf denen die Übergabe des Preises erfolgte (Foto: DGK/Th. Hauss)

Münster (mfm/onn) - Wie Entzündungen bei Diabetes die Blutgefäße schädigen, unterscheidet sich offenbar stärker von einer klassischen Entzündungsreaktion als bisher angenommen. Für diese Erkenntnis wurde Dr. Dilvin Semo nun mit dem Hans-Jürgen-Bretschneider-Posterpreis der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) ausgezeichnet. Die Arbeit der Wissenschaftlerin der Universität Münster liefert wichtige Hinweise darauf, wie Diabetes langfristig Blutgefäße schädigen und zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen kann.

Die Arbeit von Semo mit dem Titel „Flow-based imaging uncovers divergent monocyte recruitment dynamics in diabetes- and TNF-α–driven vascular inflammation“ befasst sich mit der Frage, wie unterschiedliche Entzündungsprozesse - etwa ein erhöhter Blutzuckerspiegel oder der Entzündungsbotenstoff TNF-α – die Einwanderung von Abwehrzellen ins Blutgefäß und somit eine Gefäßentzündung auslösen. Mithilfe eines besonderen Bildgebungsverfahrens konnten die Forscherin und ihre Arbeitsgruppe in Echtzeit sowie unter realitätsnahen Bedingungen sogenannte Monozyten beobachten – also Abwehrzellen, die bei Entzündungen aus dem Blut ins Gewebe übertreten und Entzündungsprozesse fördern können. 

Bei Diabetes heften sich zwar ähnlich viele Abwehrzellen an die Gefäßwand wie bei einer typischen Entzündung. Allerdings wandern weniger Zellen in die Gefäße und diejenigen, die das tun, bleiben dort bis zu dreimal länger. Eine durch Diabetes bedingte Gefäßentzündung ist somit nicht einfach eine abgeschwächte oder verstärkte Form einer klassischen Entzündungsreaktion, sondern läuft teilweise nach anderen Mechanismen ab. Ein genaueres Verständnis unterschiedlicher Entzündungsmechanismen kann künftig dazu beitragen, gezieltere Strategien zur Vorbeugung und Behandlung von Gefäßkomplikationen zu entwickeln. 

Dr. Dilvin Semo, die in der Klinik für Kardiologie I des Universitätsklinikums Münster tätig ist, untersucht schon seit mehreren Jahren die Zusammenhänge zwischen Diabetes, Gefäßentzündungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Für ihre Erfolge auf diesem Gebiet konnte sie nun den Hans-Jürgen-Bretschneider-Posterpreis in Empfang nehmen, der mit 500 Euro dotiert ist und mit dem die DGK jährlich herausragende experimentelle Arbeiten aus der Grundlagenforschung zu Herz und Blutgefäßen würdigt.

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