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Das "Paper of the Month" 10/2020 geht an: Dr. Rovas, cand. med. Osiaevi und Prof. Kümpers aus der Med D

Die Autoren der Studie (v.l.n.r.): Dr. Alexandros Rovas M.Sc., Irina Osiaevi (geteilte Erstautorenschaft) und Prof. Philipp Kümpers (Letztautor) (Foto: privat)

Für den Monat September 2020 geht das "Paper of the Month" der Medizinischen Fakultät der WWU Münster an:
Dr. Alexandros Rovas, Irina Osiaevi und Prof. Philipp Kümpers aus der Medizinischen Klinik D für die Publikation:

Microvascular dysfunction in COVID-19: the MYSTIC study
BY: Rovas, Alexandros; Osiaevi, Irina; Buscher, Konrad et. al.,
ANGIOGENESIS    Published: OCT 2020

 

Begründung der Auswahl:
Es handelt sich um eine translational-klinische Studie zu COVID-19. In einer sehr gut durchdachten und umfangreichen Serie von biochemischen und funktionellen Experimenten weisen die Autoren auf wahrscheinlich überlebensrelevante microvaskuläre Veränderungen bei Patienten mit hospitalisierten COVID-19 Patienten unter mittelschwerem und kritischem Verlauf hin. Diese Arbeiten münden in einer pathophysiologischen Modellvorstellung zu endothelialem, Glycocalyx- und Mikrozirkulations-Schaden bei sich entwickelndem COVID-ARDS und haben direkte diagnostische und therapeutische Implikationen.

 

Zu Hintergrund, Fragestellung und Bedeutung der Publikation:
Präklinische Studien und Autopsie-Befunde haben die Hypothese genährt, dass ein Dysregulation des vaskulären Endothels eine zentrale Rolle in der Pathogenese des akuten Atemnotsyndroms (ARDS) und des Multiorganversagens bei COVID-19 spielen könnte. 

Mit Hilfe eines umfassenden Analyseansatzes, der eine neuartige funktionelle Bildgebung und Biomarker-Analysen umfasste, fanden wir bei Patienten mit COVID-19 schwerwiegende Veränderungen der Mikrozirkulation und der endothelialen Glykokalyx (einer protektiven Schutzschicht auf dem vaskulären Endothel). Mehrere dieser Marker standen in engem Zusammenhang mit der Schwere der Erkrankung und sagten die Entwicklung des ARDS voraus. Bemerkenswert ist, dass die Dicke der sublingualen Glykokalyx und zirkulierende Endothelmarker, nicht aber die ursprünglich vorgeschlagen (Entzündungs-)Marker wie Ferritin, CRP, IL-6 oder hs-Troponin, die 60-Tage-Sterblichkeit im Krankenhaus vorhersagten. 

Unsere Daten liefern eindeutig weitere Belege für die Rolle der systemischen mikrovaskulären Dysfunktion und der Glykokalxschädigung bei COVID-19. Zukünftige therapeutische Ansätze sollten daher die Bedeutung der systemischen Gefäßbeteiligung bei COVID-19 berücksichtigen.

 

Background and fundamental question of the publication:
Pre-clinical and autopsy studies have fueled the hypothesis that a dysregulated vascular endothelium might play a central role in the pathogenesis of acute respiratory distress syndrome (ARDS) and multi-organ failure in COVID-19. 

Using a comprehensive analysis approach, comprising novel functional imaging and biomarker data we found severe alterations of the microcirculation and the endothelial glycocalyx (a protective inner lining of the vascular endothelium) in patients with COVID-19. Several of those markers were closely related to disease severity and predicted ARDS development. Of note, sublingual glycocalyx thickness and circulating endothelial markers, but not initially proposed (inflammatory) markers such as ferritin, CRP, IL-6 or hs-troponin, predicted 60-day in-hospital mortality. 

Our data clearly provide further evidence for the importance of systemic microvascular dysfunction and glycocalyx damage in COVID-19. Future therapeutic approaches should thus consider the importance of systemic vascular involvement in COVID-19.

 

Die bisherigen ausgezeichneten "Papers of the Month" finden Sie HIER.

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