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Bedeutender Pathologe, Institutsdirektor und Alt-Dekan: Ekkehard Grundmann vollendet 100. Lebensjahr

Prof. Eva Wardelmann heutige Direktorin des GDI, und Prof. Klaus-Michael Müller, emeritierter Ordinarius des Instituts für Pathologie Bochum-Bergmannheil und seither am GDI tätig, gratulierten Prof. Ekkehard Grundmann (m.) persönlich zum 100. Geburtstag (Foto: privat)

Prof. Dr. Dr. h.c. Ekkehard Grundmann in seiner Zeit als Dekan (Foto: WWU/Med. Fakultät)

Münster - Einen außergewöhnlichen Geburtstag feiert am 28. September Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Ekkehard Grundmann: Der anerkannte Krebsforscher aus Münster vollendet am 28. September sein 100. Lebensjahr. Sein wissenschaftliches Werk, sein Machergeist sowie seine zahlreichen Auszeichnungen und Ehrentitel skizzieren eine bedeutende Persönlichkeit der deutschen Onkologie.

Geboren wurde Prof. Grundmann 1921 in Eibenstock im Erzgebirge; in Freiburg und Wien studierte er Medizin. Er legte sein Staatsexamen 1958 ab und promovierte zwei Jahre später. Die Habilitation folgte im selben Jahr. Nach seiner Ernennung zum außerordentlichen Professor in Freiburg und einem Studienaufenthalt in den USA übernahm Grundmann 1963 die Leitung des Instituts für experimentelle Pathologie bei Bayer in Wuppertal. Dort war der Wissenschaftler acht Jahre lang tätig, bis er 1971 in den akademischen Betrieb zurückkehrte und Inhaber des Lehrstuhls für Pathologie und Pathologische Anatomie an der Medizinischen Fakultät der Universität Münster wurde, der er zeitweise auch als Dekan vorstand. Das Institut leitete er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1986.

Unter anderem durch die Veröffentlichung von über 300 wissenschaftlichen Arbeiten und zahlreichen Lehrbüchern machte sich der Onko-Pathologe national und international einen Namen, sodass auch das Deutsche Krebsforschungszentrum Ende der 1970er Jahre auf ihn aufmerksam wurde. Als er dessen Ruf nicht annahm, feierte die Universität Münster den Entschluss mit einer „Bleibefete“ - inklusive Feuerwerk.

Richtungsweisend für die Krebsforschung gilt Prof. Grundmanns Einsatz für die Errichtung eines Knochengeschwulst-Registers und den Aufbau eines allgemeinen Krebsregisters in Münster. Ebenfalls engagierte sich der Forscher von 1970 bis 1980 als Vorstandsvorsitzender und später als Ehrenvorsitzender der Deutschen Krebsgesellschaft.

Dem Onko-Pathologen war es ein Anliegen, seine Kolleginnen und Kollegen auf die Notwendigkeit der Krebsvorsorge-Untersuchungen hinzuweisen, erklärte Prof. Grundmann sein Engagement für die Akademie für medizinische Fortbildung der ÄKWL und KVWL von 1976 bis 1980 als Vorstandsmitglied. Aufgrund seiner Erfahrung und Kompetenzen war die Unterstützung Grundmanns gerade in den Gründungsjahren der Akademie bedeutend. Zusätzlich wirkte er von 1977 bis 1992 als Prüfer und Fachbegutachter im Weiterbildungswesen der ÄKWL mit.

Prof. Grundmann wurde für seine Verdienste vielfach im In- und Ausland ausgezeichnet, unter anderem erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universitäten Düsseldorf und Concepción de Chile, die Rudolph-Virchow-Medaille und den Großen Verdienstorden des Bundesverdienstkreuzes.

(mit freundlicher Genehmigung der ÄKWL)

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