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Auch der Vatikan schätzte sein Können: Prof. Dr. med. Hermann Bünte wird 80 Jahre alt

Prof. Dr. med. Hermann Bünte (Foto: privat)

Münster (mfm) – Nach dem Attentat auf den Papst wurde er an dessen Krankenbett gerufen, jetzt feiert er einen runden Geburtstag: Am 8. Oktober wird Prof. Dr. med. Hermann Bünte, von 1973 bis 1996 Ordinarius für Chrirurgie an der Universität Münster, 80 Jahre alt. Gefeiert hat der Mediziner seinen Geburtstag bereits am Wochenende – bei bester Gesundheit und mit über 50 ehemaligen Mitarbeitern, die heute über ganz Deutschland und Europa verteilt in leitenden Positionen tätig sind.
Der gebürtige Nürnberger wurde 1973 von der Chirurgischen Universitätsklinik Erlangen zum Nachfolger von Prof. Paul Sunder-Plassmann als Ordinarius für das Fach Chirurgie nach Münster berufen. Seine Ausbildung an der Erlanger Klinik hatten Studienaufenthalte an der renommierten Harvard Medical School in Boston/USA und an Universitäten in New York, London und Edinburgh ergänzt. Mehrere hochrangige Preisverleihungen würdigten seine wissenschaftlichen Verdienste.
Mit Dienstantritt von Bünte begann am Universitätsklinikum Münster im Fachbereich Chirurgie eine neue Ära. Zu den Neuerungen, die er einführte, gehören innovative chirurgische Verfahren für Operationen an Speiseröhre, Bauchspeicheldrüse, Leber und Blutgefäßen sowie die Etablierung der Transplantationschirurgie und eines interdisziplinären Tumor-Boards. Auch der Aufbau einer Abteilung für Chirurgische Forschung, verbunden mit interdisziplinärer Nutzung eines experimentellen Labors, geht wesentlich auf seine Initiative zurück.
Durch die intensive Forschungsarbeit in diesen Bereichen, inklusive Unfall- und Handchirurgie, konnten Bünte und sein Team viel beachtete, klinisch relevante Erkenntnisse erzielen. Rund 40 Habilitationen entstanden bis zu seiner Emeritierung in Jahr 1996 in seinem Arbeitsbereich. In seinen ersten Jahren in Münster unterstützte Prof. Bünte intensiv die sich gerade aufkommende Forderung nach Spezialisierung innerhalb des Faches. So entstanden eigene Lehrstühle für Unfall- und Handchirurgie, Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, Urologie, Neurochirurgie und Kinderchirurgie.
Büntes klinisches und operatives Können führte zur Entwicklung zahlreicher neuer Operationsmethoden sowie zur Weiterentwicklung herkömmlicher Verfahren. „Seine Menschlichkeit als Arzt und Lehrer, sein nicht nur von seinen Mitarbeitern, sondern auch von zahlreichen deutschen und internationalen Gastchirurgen staunend bewundertes operatives Geschick, das sichere Gespür für die richtige Indikation und vor allem seine Erfolge, waren weit überregional, ja international bekannt“, erinnert sich Büntes ehemaliger Kollege Prof. Klaus Schönleben aus Ludwigshafen. Dieses Renommee dürfte es auch gewesen sein, das den münsterschen Hochschulmediziner 1981 nach Rom führte: Nachdem Papst Johannes Paul II. bei einem Attentat schwer verletzt worden war, bat der Vatikan Bünte um Unterstützung.
„Zusammen mit seiner fachlich herausragenden Qualifikation formt seine unprätentiöse und bescheidene Art eine knorrig-charismatische Persönlichkeit“, beschreibt Prof. Schönleben seinen früheren Ausbilder. „Hermann Bünte ist vielleicht eines der letzten ‚Originale’, wie sie heute in einer immer mehr verschulten und ‚veradministrierten’ Hochschullandschaft auf einem Lehrstuhl kaum noch zu finden sind.“