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Antragsstellung leicht(er) gemacht: DFG fördert Nachwuchsakademie in der Reproduktionsforschung

Mithilfe der jetzt von der DFG bewilligten Nachwuchsakademie will Prof. Jörg Gromoll Forschungstalente bei der Beantragung von Fördermitteln unterstützen (Foto: WWU / Erk Wibberg)

Münster/Essen (mfm/nn) – Frust programmiert: Rund 13.000 Anträge auf Einzelförderung gehen jährlich bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ein – bewilligt werden kann nur rund ein Drittel davon. Das Ergebnis: Viele enttäuschte junge Forschende, deren Antrag keinen Erfolg hatte, oft aufgrund von Unerfahrenheit, Unsicherheit oder Unüberlegtheit. Damit vermeidbare Fehler nicht zum Grund für eine Nichtbewilligung werden, hat die DFG sogenannte „Nachwuchsakademien“ (NWA) ins Leben gerufen. Dem Reproduktionsbiologen Prof. Jörg Gromoll (Universität Münster) ist es gemeinsam mit Prof. Ruth Grümmer (Universität Essen) gelungen, eine solche NWA zum Thema „Alterungsprozesse in der Reproduktion - Folgen für Fertilität und Gesundheit“ mit einer Gesamtsumme von 750.000 Euro bei der DFG einzuwerben. Im Februar geht es los.

Teilnehmende der Nachwuchsakademie erhalten über einen Zeitraum von zwei Jahren ein umfangreiches Fortbildungsprogramm. Zusätzlich werden sie durch erfahrene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die als Mentorinnen und Mentoren fungieren, intensiv betreut. Das Ziel der NWA ist, dass die Forschenden lernen, einen fundierten Pilotantrag für eine einjährige Finanzierung ihres Forschungsprojektes zu stellen. Wird der Antrag genehmigt, können die erfolgreichen Nachwuchskräfte einen Vollantrag für die Fortführung der wissenschaftlichen Arbeiten bei der DFG „nachschieben“. Der Arbeitsbeginn für die neue NWA ist im Februar; das erste Treffen wird voraussichtlich im Juni in Münster stattfinden, wo die Einrichtung ihren Sitz hat. „Insgesamt können bis zu 20 Projekte gefördert werden“, kündigt Prof. Gromoll an, der seit 1990 am Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie der WWU tätig ist.

Der Fokus der NWA liegt zu Beginn auf der „Akademiewoche“, einem fünftägigen Intensiv-Workshop, bei dem die Forschenden gezielt auf die Antragstellung eines ersten Projektantrages vorbereitet werden. „Dieses Coaching wird in Form von interaktiven Seminaren zu der Vermittlung von Kernkompetenzen zur Antragstellung erfolgen. Wichtig ist dabei vor allem die enge Zusammenarbeit zwischen Forschenden und den Mentoren und Mentorinnen“, erläutert Prof. Ruth Grümmer, Anatomin am Universitätsklinikum Essen und Mitantragstellerin für die neue NWA. Im zweiten Jahr der NWA werden dann die positiv begutachteten Projekte für ein Jahr mit einer Anschubfinanzierung gefördert.

Das Forschungsfeld der „Reproduktiven Gesundheit“ wird in Deutschland stetig weiter ausgebaut. Damit eröffnen sich für junge Forschende in diesem Feld hochattraktive Perspektiven für ihre wissenschaftliche Arbeit, sind sich Gromoll und Grümmer einig. Zusammen mit dem kürzlich vom Bundesforschungsministerium ausgeschriebenen Förderprogramm zur Einrichtung von Nachwuchszentren zur Reproduktiven Gesundheit sowie der jetzt bewilligten NWA weise die Reproduktionsforschung deutschlandweit ein Alleinstellungsmerkmal zur Unterstützung des wissenschaftlichen Nachwuchses auf. „Durch die gezielte Förderung von wissenschaftlicher Forschung im Bereich der reproduktiven Gesundheit können Grundlagen und Daten generiert werden, die uns helfen zu verstehen, welche Faktoren ein gesundes Heranwachsen von Kindern gewährleisten“, freut sich Prof. Gromoll über die politische Rückendeckung.

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