ContraPur – Kontrazeption durch Kontrolle der purinergen Steuerung des Spermientransports im Hoden

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Im Forschungsprojekt ContraPur entwickeln Forschende aus verschiedenen Disziplinen eine neuartige, nicht-hormonelle Verhütungsmethode für Männer. Im Mittelpunkt steht ein bislang wenig beachteter biologischer Mechanismus im Hoden, der den Transport von Spermien steuert, ausgelöst durch das körpereigene Molekül Adenosintriphosphat (ATP), das vor allem als „Energiewährung“ der Zelle bekannt ist.
Aktuelle Studien haben gezeigt, dass eine lokale Freisetzung von ATP zu Kontraktionen spezialisierter Muskelzellen, die die Samenkanälchen (Tubuli seminiferi) umgeben, führt. Diese Kontraktionen sind entscheidend für den Transport reifer, jedoch noch unbeweglicher Spermien innerhalb des Hodens.
Das Ziel von ContraPur ist es, diesen Prozess gezielt und reversibel zu blockieren. Dadurch soll eine zeitlich begrenzte Unfruchtbarkeit erreicht werden, ohne die langfristige Fruchtbarkeit oder das hormonelle Gleichgewicht zu beeinträchtigen.
Das Institut für Medizinische Informatik übernimmt im Projekt eine zentrale Rolle bei der Analyse und Integration der Multi-OMICS-Datensätze. Durch die integrative Auswertung von Transkriptom-, Epigenom- und weiteren molekularen Daten schaffen wir die Grundlage für die Identifizierung zentraler, regulatorischer Knotenpunkte im ATP-vermittelten Signalweg.
Das Projekt ContraPur ist Teil eines Verbundvorhabens und wird in Kooperation mit dem Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie (CeRA) der Universität Münster durchgeführt.
 

Kontakt: Ciara Parry, M.Sc.

Förderkennzeichen: 1GR2503B