Emotionen und Technik – öffentliche Vorträge und Diskussion
Mit: Prof. Dr. Catrin Misselhorn (Universität Göttingen) und PD Dr. Bernd Bösel (Universität Potsdam); Moderation: Dr. Sebastian Nähr-Wagener (Universität zu Köln)
Datum: Dienstag, 27.10.2026, 18:15–19:45 Uhr
Ort: Online (Zoom)
Anmeldung: Um teilzunehmen, schreiben Sie bitte eine E-Mail an sekretariat.igem [at] uk-koeln.de. Der Link zum Veranstaltungsraum wird Ihnen kurz vor der Veranstaltung zugesandt.
Emotionen erfassen, deuten, beeinflussen: Was lange eine menschliche Domäne war, übernehmen zunehmend auch Technologien. Dazu zählen Anwendungen des Affective Computing, die aus Sprache, Mimik oder Körpersignalen auf Gefühlslagen schließen, Verfahren der Virtual Reality und der Neuromodulation (d.i. ein medizinisches Verfahren, bei dem die Aktivität des Nervensystems durch gezielte elektrische Impulse, Magnetfelder oder Medikamente verändert wird) oder Apps, die unsere Stimmungen im Alltag protokollieren. Was bedeutet das für Medizin und Gesellschaft, für unsere Beziehungen und für den Umgang mit menschlichen Gefühlen? Dabei stellt sich auch die Frage, ob und wie solche Technologien verschieben, was wir als gewöhnliche Traurigkeit, als belastende Angst oder als behandlungsbedürftigen Zustand verstehen.
Die Veranstaltung bringt zwei Perspektiven zusammen: Prof. Dr. Catrin Misselhorn gibt einen Überblick über den Zusammenhang von Emotionen und Technik aus technikphilosophischer Perspektive und geht dabei auch auf ethische Herausforderungen im Kontext „Affektiver Technologien" ein. PD Dr. Bernd Bösel zeichnet nach, wie Gefühle historisch verfügbar gemacht wurden und wie digitale Technologien sie heute auslesen, regulieren und erzeugen, und fragt, welche Machtverhältnisse damit verbunden sind.
Nach den beiden Vorträgen folgt ein kurzes Podiumsgespräch, im Anschluss besteht die Möglichkeit für Fragen und Beiträge aus dem Publikum. Die Veranstaltung richtet sich nicht nur an die Fachcommunity, sondern auch an interessierte Bürger*innen. Vorkenntnisse sind nicht nötig.
Die Veranstaltung ist Teil des BMFTR-geförderten Projekts „ShiftAffect – Shifted Boundaries" (https://www.gesundheitsforschung-bmftr.de/de/shiftaffect-eine-analyse-der-rolle-digitaler-technologien-bei-der-gestaltung-von-19469.php).
ShiftAffect ist ein interdisziplinäres Verbundprojekt unter Leitung des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin der Universität zu Köln, gemeinsam mit der Universität Münster, dem Universitätsklinikum Tübingen, dem Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und dem Hertie Institute for AI in Brain Health (Hertie AI).
Mit freundlichen Grüßen für das gesamte Projektteam
Sebastian Nähr-Wagener
Termin in lokalen Kalender importieren