Zweites Konsortialtreffen des Forschungsverbundes EyeMatics in Münster

Forschungsverbund EyeMatics (Foto: UKM Fotozentrale)

Zweites Konsortialtreffen des Forschungsverbundes EyeMatics in Münster
Münster, 12.06.2026 – Am 11. und 12. Juni 2026 fand in Münster das zweite Konsortialtreffen des Forschungsverbundes EyeMatics statt. An der Veranstaltung nahmen Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Standorte Aachen, Chemnitz, Dresden, Greifswald, Leipzig, Mainz, Münster und Tübingen sowie der Patientenvertretung PRO RETINA e.V. teil.
Der Forschungsverbund verfolgt das Ziel, Forschung und Versorgung in der Augenheilkunde durch interoperable medizinische Informatik nachhaltig zu verbessern und eine standortübergreifende, datenbasierte Forschungsinfrastruktur aufzubauen. Dadurch soll eine strukturierte und vernetzte Nutzung klinischer Daten für wissenschaftliche Fragestellungen ermöglicht und langfristig die Grundlage für innovative, datengetriebene Ansätze in der Ophthalmologie geschaffen werden.
Im Rahmen des Konsortialtreffens wurden zentrale Fortschritte bei der Entwicklung dieser interoperablen Forschungsinfrastruktur vorgestellt. Dazu zählen der Aufbau einer technischen Infrastruktur für den standardisierten Datenaustausch, einschließlich Verfahren zur Datenharmonisierung und Pseudonymisierung, sowie die Entwicklung eines ophthalmologischen Erweiterungsmoduls für die Medizininformatik-Initiative. Erste Testdaten konnten bereits erfolgreich zwischen mehreren beteiligten Einrichtungen ausgetauscht werden.
Darüber hinaus wurde ein prototypisches Dashboard als Demonstrator für die zukünftige Forschungsnutzung der Daten präsentiert. Die Anwenderfreundlichkeit dieses Systems soll in den kommenden Monaten im Rahmen von Usability-Tests evaluiert werden. Weitere Fortschritte wurden bei der Entwicklung KI-basierter Biomarker erzielt. Zusätzlich wurden erste Ergebnisse zur Erhebung sogenannter Patient Reported Outcome Measures (PROMs) vorgestellt, die im Rahmen einer begleitenden Validierungsstudie erhoben werden.
Neben den bisherigen Erfolgen standen auch zentrale technische und organisatorische Herausforderungen im Fokus des Treffens. Diskutiert wurden insbesondere die strukturierte Erfassung klinischer Daten, regulatorische und datenschutzrechtliche Anforderungen an den Betrieb einer standortübergreifenden Forschungsdateninfrastruktur sowie die notwendige Barrierefreiheit der in die klinische Routine integrierten Systeme zur Einholung von Einwilligungen und zur Erfassung patientenberichteter Daten.
Das Konsortialtreffen unterstrich die erfolgreiche und enge Zusammenarbeit innerhalb des Forschungsverbundes und setzte wichtige Impulse für die kommende Projektphase. Die konsequente Einbindung der Patientenperspektive stellt sicher, dass die entwickelten Lösungen nicht nur technologisch innovativ sind, sondern sich zugleich an den konkreten Versorgungsbedarfen von Patientinnen und Patienten orientieren.
Insgesamt verdeutlichte das Treffen das gemeinsame Ziel aller Beteiligten: den Aufbau einer leistungsfähigen, interoperablen Forschungsdateninfrastruktur, die die ophthalmologische Forschung nachhaltig stärkt und neue Wege für datengetriebene Innovationen in der Augenheilkunde eröffnet.