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Verbesserte Wundheilung bei Diabetes-Patienten: Dr. Paraskevi Gkogkolou erhält Promotionspreis der Medizinischen Fakultät

Lächeln trotz Maske: Dr. Gkogkolou mit ihrer Urkunde zum Gewinn des Promotionspreises der Medizinischen Fakultät mit Doktorvater Prof. Dr. Böhm vor der Unihautklinik (Foto: privat)

Münster (mfm/lt) – Barfuß am Strand, ein Fehltritt auf einen spitzen Stein: Was für einen Menschen mit normalem Stoffwechsel nur eine kleine Wunde am Fuß ist, die schnell abheilt, kann für Diabetespatienten zu einem Gesundheitsrisiko werden. Der Grund: Menschen mit Diabetes leiden oft unter einer Störung des normalen Wundheilungsprozesses. Und je länger eine Wunde offenbleibt, desto höher ist das Risiko einer schwerwiegenden Sepsis. Dr. Paraskevi Gkogkolou, Promovendin der Universität Münster (WWU), untersuchte in ihrer Doktorarbeit die Auswirkungen von Diabetes auf die für die Wundheilung verantwortlichen Hautzellen – die Ergebnisse lassen auf die Entwicklung neuer Therapien für Diabetespatienten hoffen. Für ihre Forschungen erhielt die 37-jährige nun den mit 2.500 Euro dotierten Promotionspreis der Medizinischen Fakultät der WWU.

Allein Deutschland gibt es nach aktuellen Schätzungen etwa acht Millionen Diabetes-Patienten, mit zahlreichen Neuerkrankungen jeden Tag. Eine langfristige Heilung ist selten möglich, oft auch ganz ausgeschlossen. Erkrankte müssen sich daher auf ein Leben mit der der Diabetes einstellen. Bei den Betroffenen Störungen der Wundheilung zu therapieren, stellt eine komplizierte Aufgabe für die behandelnden Ärzte dar. Dr. Gkogkolou untersuchte in ihrer Promotionsarbeit die Auswirkungen von Diabetes auf Keratinozyten. Das sind hornbildende Zellen in der Haut, die bei einer Wunde die Kruste bilden und verhindern sollen, dass Schmutz oder Bakterien in den Körper gelangen und eine Infektion auslösen. Die Forscherin stellte fest, dass bei einer Diabeteserkrankung Wachstum und Funktionsweise der Keratinozyten gehemmt sind. Im Verlauf ihrer Arbeit testete die Medizinerin sodann die Wirkung der organischen Verbindung KdPT auf die betroffenen Zellen. Sie ist ein Abkömmling des Hormons α-MSH, welches entzündungshemmend ist. Gkogkolou stellte fest, dass KdPT die Keratinozyten vor einer Beeinträchtigung durch zu hohen Zucker schützte. Diese Erkenntnis könnte ein Ansatz sein, neue Therapeutika für die Behandlung von Wundheilungsstörungen zu entwickeln.

Dr. Gkogkolou verfasste ihre Doktorarbeit unter der Betreuung von Prof. Markus Böhm, Oberarzt in der Unihautklinik Münster und Leiter der Poliklinik. Neben ihrer Forschungsarbeit in Münster arbeitet die gebürtige Griechin seit 2017 in der Praxis Dr. Hilton & Partner in Düsseldorf als Fachärztin für Dermatologie und Venerologie.