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Kreativität braucht (nicht) viel Knete: Dr. Kornélia Baghy gewinnt Videowettbewerb zur Ovarialkarzinom-Forschung

Preisträgerin und Forschungsstipendiatin – die coronabedingt aus Ungarn zugeschaltet ist (Foto: privat)

Screenshot aus dem prämiierten Video

Münster (mfm/sw) – Wer sagt, dass Knete nur für Kinder ist? Dr. Kornélia Baghy beweist das Gegenteil – und gewinnt mit ihrem Videobeitrag zur allgemein verständlichen Darstellung ihres Forschungsprojekts den ersten Preis im Wissenschaftsvideowettbewerb der Initiative „Women in Research“, kurz WiRe.  Die Stipendiatin im WiRe-Programm der Universität Münster (WWU) griff für den Wettbewerb auf ein altbekanntes und bewährtes Mittel zurück: Knete. Die Ungarin modellierte die neuesten Erkenntnisse aus der gemeinsamen Forschung mit Prof. Martin Götte, Leiter des Forschungslabors der Uni-Frauenklinik, zu Eierstockkrebs – angefangen von der Darstellung des Krankheitsbildes bis hin zu dem Protein SPOCK1, das künftig bei der Entdeckung von Tumorzellen helfen soll.

Weltweit wurde 2020 bei 314.000 Frauen Eierstockkrebs diagnostiziert; davon starben rund zwei Drittel an der aggressiven Krebsart. Das Tückische an dieser Krankheit: Oftmals wird sie nicht rechtzeitig behandelt – weil die Tumoren gar nicht erst erkannt werden. Auch der physiologische Aufbau des kranken Eierstocks – der gleichermaßen aus Tumorzellen und gesunden Zellen besteht - ist bislang unzureichend erforscht. Das will Dr. Kornelia Baghy ändern:  In ihrem Video veranschaulichte die junge Wissenschaftlerin, wie das Gen SPOCK1 bei der Tumordetektion und Behandlung von Eierstockkrebs helfen könnte. Dieses ist in besonders hohem Maße in Tumorzellen vorhanden – wodurch diese sich von gesunden Zellen unterscheiden.

Baghys Hypothese: Ein hoher Anteil an SPOCK1 in Eierstockzellen spricht für eine schlechtere Prognose – und verminderte Überlebenswahrscheinlichkeit. Außerdem erhöht das Gen die „Wanderung“ der Tumorzellen durch den Körper, sodass diese sich in anderen Körperregionen ansiedeln – auch bekannt als Metastase. Bestätigt sich diese Vermutung, lassen sich dadurch Behandlungsmöglichkeiten für die Betroffenen ableiten: So können SPOCK1-Inhibitoren eingesetzt werden, die die Wirkung des Gens blockieren.

Das WiRe-Programm der WWU setzt sich durch internationale Stipendien für Frauen in der Forschung ein – und trägt dabei den besonderen Bedürfnissen von Forscherinnen Rechnung. So soll WiRE junge Nachwuchswissenschaftlerinnen in ihrem akademischen Werdegang stärken, mit besonderem Augenmerk auf der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Normalerweise ist ein Aufenthalt in Münster Voraussetzung für ein WiRe-Stipendium; coronabedingt haben sich Götte und Baghy aber für ein Online-Format entschieden.

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