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Gemeinsame Forschung zu Tropenkrankheiten: Delegation aus Münster zu Gast in Gabun
Gemeinsame Forschung in Gabun (hinten v.l.n.r.): Dr. Julia Fischer, Ayodele Alabi, Prof. André Karch, Edlom Tchadié, Prof. Sven Martens, Amana Bokagne, Prof. Stephan Ludwig und Prof. Selidji Agnandji. Vorn zu sehen sind (v.l.n.r.) Prof. Noelia Alonso Gonzalez, Ferdie Mihindou, Marla Rauscher, Kossiwa Kokou und Prof. Frieder Schaumburg (Foto: Uni MS/F. Schaumburg)
Münster (mfm/nn) – Lambaréné liegt fern von Münster – dennoch sind beide Städte seit vielen Jahren eng miteinander verbunden. Eine Delegation der Medizinischen Fakultät der Universität Münster hat jetzt das Centre de Recherches Médicales de Lambaréné (CERMEL) und das Albert-Schweitzer-Krankenhaus in Lambaréné in Gabun besucht. Ziel der Reise nach Zentralafrika war es, bestehende Forschungsbeziehungen zu vertiefen und neue gemeinsame Projekte zu starten. Der interdisziplinären Delegation gehörten Mitarbeitende von fünf münsterschen Instituten und Kliniken an, zudem auch der Prodekan für klinische Angelegenheiten der Medizinischen Fakultät, Prof. Sven Martens.
Seit November 2024 verbindet die Universität Münster und das CERMEL eine gemeinsame Stiftungsprofessur für geographisch-epidemiologische medizinische Mikrobiologie. Sie wurde für zunächst fünf Jahre eingerichtet und ist mit Prof. Selidji Agnandji besetzt. Die Professur gehört organisatorisch zum Institut für Medizinische Mikrobiologie der Universität Münster und soll die Forschung in Gabun und in Münster enger verzahnen.
Das CERMEL zählt zu den wichtigsten medizinischen Forschungseinrichtungen in Zentralafrika. Rund zweihundert Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Ärztinnen und Ärzte arbeiten dort unter anderem zu Malaria, Tuberkulose und sogenannte vernachlässigte Tropenkrankheiten. Untersucht werden neue Medikamente, Impfstoffe sowie die Abwehrmechanismen des menschlichen Immunsystems. Ein eigenes Insektarium widmet sich der Übertragung von Krankheitserregern durch Mücken. „Unsere breit aufgestellte Delegation traf sich auf wissenschaftlicher Augenhöhe mit den Kolleginnen und Kollegen. Zahlreiche gemeinsame Projekte wurden aus der Taufe gehoben“, berichtet Prof. Martens. „Wir freuen uns auf den zukünftig noch engeren akademischen Austausch“, so der Herzchirurg.
Auch Anknüpfungspunkte für neue Studien konnten die Partner identifizieren. Dr. Julia Fischer aus der Inneren Medizin in Münster betont: „An die vielen Studien, die bereits am CERMEL laufen, können wir nahtlos anknüpfen und gemeinsam wissenschaftliche Fragestellungen in Gabun und Deutschland bearbeiten.“ Die Zusammenarbeit besteht bereits seit 2008. Damals startete ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördertes Projekt zur Erforschung des Bakteriums Staphylococcus aureus. Schon zu dieser Zeit kooperierten Prof. Agnandji und Prof. Schaumburg als junge Ärzte in Gabun. Mit dem jetzigen Besuch hat die Medizinische Fakultät strukturelle Grundlagen geschaffen, um die gemeinsame Professur langfristig in Münster zu verankern und die Partnerschaft mit Lambaréné weiter auszubauen.






