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Die "MS Wissenschaft" legt in Münster an: Medizin der Zukunft zum Anfassen
Im Wissenschaftsjahr 2026, dessen Leitthema die „Medizin der Zukunft“ ist, dreht sich an Bord des umgebauten Frachtschiffs alles um die Gesundheit. (Foto: I. C. Hendel/WiD)
Erläutern Schülerinnen ihr Exponat (r.): Marina Peters und Dr. Ludwig Horsthemke von der FH Münster. (Foto: I. C. Hendel/WiD)
Münster (FH/Uni MS/UKM) - Wird ein Knochenbruch bald zuerst von einer Künstlichen Intelligenz erkannt? Wie lässt sich Krebs zielgenauer behandeln, ohne gesunde Zellen zu schädigen? Und was braucht eine Medizin, die die Unterschiede zwischen den Geschlechtern wirklich berücksichtigt? Antworten auf diese Fragen gibt es nicht nur im Hörsaal, sondern auch auf dem Wasser: Die „MS Wissenschaft“ legt vom 1. bis 5. Juli in Münster an und zeigt im Wissenschaftsjahr 2026, wie die Medizin der Zukunft aussehen kann – persönlich, digital und interaktiv.
Die Ausstellung an Bord richtet sich an Besucherinnen und Besucher ab etwa zwölf Jahren und lädt dazu ein, selbst aktiv zu werden. Rund 30 Exponate gibt es und wieder ist eines der FH Münster dabei: „Nano-Diamanten für die Krebstherapie – auf Spurensuche in der Zelle“ heißt es, angelehnt an das Forschungsvorhaben „NanoDetect“ unter Federführung der Hochschule.
Ergänzend zur Wanderausstellung gestalten die FH Münster, die Universität Münster und das Universitätsklinikum Münster vom 2. bis 4. Juli ein umfangreiches Rahmenprogramm an Deck des Schiffes. An den Vormittagen des 2. und 3. Juli richten sich Kindervorlesungen speziell an komplette Schulklassen: So erfahren Kinder, wie Roboter und Künstliche Intelligenz heute schon im Gesundheitswesen eingesetzt werden oder warum das Herz als „Motor unseres Körpers“ ein Leben lang schlägt. Ärztinnen und Ärzte sowie Forschende erklären kindgerecht, was im Körper passiert, wenn Menschen schwer krank werden, wie moderne Strahlentherapie funktioniert und welche Rolle Hightech im Krankenhaus spielt – von Endoskopen und Videokapseln bis zu Operationsrobotern.
Am Freitagnachmittag um 16 Uhr öffnet eine weitere Kindervorlesung auch für Familien die Türen in die Welt der medizinischen „Superhelden“, in der Technik, Teamarbeit und Präzision gemeinsam Leben retten. Bei der Kindervorlesung am Freitag (3. Juli) um 10:30 Uhr gibt es noch freie Plätze, für die sich eine Lehrkraft mit ihrer Klasse anmelden kann (E-Mail an anmeldung@uni-muenster.de). Alle anderen Kindervorlesungen sind bereits ausgebucht.
Am 2. und 3. Juli, jeweils von 18.00 bis 19.30 Uhr, wird das Deck der „MS Wissenschaft“ zur Bühne für Wissenschaft in Kurzform. Bei mehreren Science Slams sprechen Forschende unterhaltsam und verständlich über Palliativmedizin zwischen „High-Tech“ und „High-Touch“, über winzige Erreger, die das Herz angreifen, über 3D-gedruckte Knochen, warum mentale Gesundheit die nächste große Gesundheitsfrage ist oder darüber, warum Rettungsdienst und Notaufnahme längst an ihre Grenzen kommen. Auch ganz grundlegende Fragen kommen zur Sprache: Wie lernen Ärztinnen und Ärzte von morgen? Was können uns blinde Höhlenfische über Fasten, Stoffwechsel und diabetesähnliche Zustände verraten?
Am 4. Juli von 13 bis 17 Uhr geben Institute und Fachbereiche von FH, Universität und UKM Einblicke in aktuelle Projekte rund um die Medizin der Zukunft: Besucher erleben zum Beispiel, wie Palliativmedizin ohne Berührungsängste erklärt wird und welche Chancen die Digitalisierung in diesem sensiblen Bereich bietet. Sie erfahren, welche physikalischen Prinzipien hinter modernen Krebstherapien stecken, isolieren gemeinsam mit dem Team vom iGEM – das ist ein Wettbewerb für Studierende im Bereich der synthetischen Biologie – DNA aus Früchten und bauen eigene DNA-Modelle. Außerdem testen sie hochrealistische Patientensimulatoren aus der Lehre, tauchen mit Virtual Reality in die Welt von Proteinen, Neurotoxinen und Spermienstrukturen ein oder rätseln mit Bildern aus der biomedizinischen Bildgebung, was sich im Körper gerade abspielt.
Auch die Entwicklung neuer Technologien wird greifbar: Forschende stellen Projekte vor, mit denen Tumore im Körper während einer Operation mithilfe fluoreszierender Marker und Künstlicher Intelligenz sichtbar gemacht werden sollen, oder einen „Graft Monitor“, der im Kreuzband implantiert wird und helfen könnte, den Heilungsverlauf nach einer Verletzung besser zu überwachen.
Ebenfalls am 4. Juli können Interessierte bei „Meet the Scientists“ um 17.00 Uhr persönlich mit drei FH-Forschenden ins Gespräch kommen, die am Exponat mit der Nummer 9 zeigen, wie Nano-Diamanten in Zellen eingesetzt werden, um passende Medikamente für die individuelle Krebstherapie zu bestimmen.
Die „MS Wissenschaft“ liegt vom 1. bis 5. Juli im Hafen von Münster auf der Höhe des Restaurants Pasta e Basta al Porto. Am Ankunftstag ist das Schiff von 13 bis 18:30 Uhr geöffnet, an allen anderen Tagen von 10 bis 18:30 Uhr. Täglich um 17 Uhr und am Wochenende um 11 Uhr gibt es kostenlose Führungen durch die Ausstellungen. Infos zu dem Rahmenprogramm von FH, Universität und UKM bietet die WIT-Website. Der Eintritt ist frei.
Hintergrund: Das Ausstellungsschiff „MS Wissenschaft“ tourt seit 2002 jährlich durch Deutschland. Wissenschaft im Dialog (WiD) realisiert die Ausstellung mit Unterstützung der hinter WiD stehenden Wissenschaftsorganisationen und im Auftrag des Bundesforschungsministeriums. Die Exponate kommen direkt aus der Forschung und werden unter anderem zur Verfügung gestellt von Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Leibniz-Gemeinschaft, der Max-Planck-Gesellschaft und von DFG-geförderten Projekten, Hochschulen sowie weiteren Partnern.



