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Die Lunge hat den Kaffee nicht auf: Neue Studie zeigt positive Wirkung auf Säuberung der Atemwege
Münster (mfm/jg) - Durchschnittlich 163 Liter Kaffee trinkt die und der Deutsche jährlich – das muss doch ungesund sein, oder? Zumindest für die Atemwege ist das Gegenteil der Fall, wie eine neue Studie der Universität Münster zeigt: Coffein, der wichtigste Wirkstoff von Kaffee, lässt die dortigen Flimmerhärchen schneller schlagen, sodass die Atemwege besser von Schleim und Krankheitserregern gereinigt werden. Relevant ist diese Erkenntnis weniger für die Kaffeeröstereien denn für die Medizin – eröffnet sie doch neue therapeutische Möglichkeiten.
„Coffein ist die meistuntersuchte und wirksamste Substanz, um bei Frühchen Apnoen, also Atemstillstände, vorzubeugen. Zudem schützt sie auch vor chronischen Lungenerkrankungen wie bronchopulmonalen Dysplasien“, erläutert Prof. Heymut Omran, Direktor der münsterschen Uniklinik für Kinder- und Jugendmedizin. Trotz dieses Wissens war bisher unklar, wie sich Coffein im Detail auf das respiratorische Epithel auswirkt: Diese Schicht aus Flimmerhärchen kleidet den größten Teil der Atemwege aus und ist für deren Reinigung verantwortlich.
Omrans Arbeitsgruppe hat diese Auswirkungen in den Epithelzellen sowohl bei gesunden Menschen untersucht als auch bei Patientinnen und Patienten, die an der Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose leiden. Das Ergebnis: In beiden Fällen hat das Coffein-Citrat die Flimmerhärchen stimuliert, in einer höheren Frequenz zu schlagen. „Damit unterstützt der Wirkstoff die mukoziliäre Reinigung unserer Atemwege. Vor allem, weil Coffein im Vergleich zu anderen Medikamenten gut verträglich ist, ergeben sich neue Wege, um respiratorische Erkrankungen wie Asthma oder Mukoviszidose, die eine reduzierte mukoziliäre Clearance aufweisen, zu therapieren“, resümiert Omran – und fügt augenzwinkernd hinzu: „Obendrein erfreut das alle Kaffeegenießer.“ Die Studie des münsterschen Forscherteams erschien in der Fachzeitschrift „Molecular and Cellular Pediatrics“.





