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Forschung zu Bakterienbefall bei Mukoviszidose: Christine H. Rumpf mit Adolf-Windorfer-Preis ausgezeichnet

Dr. Christine H. Rumpf ist die neue Preisträgerin des Adolf-Windorfer-Preises (Foto: Uni MS/M. Ibrahim)

Bonn/Münster (pd/mfm) - Wie häufig kommt eine schleim-(Biofilm)-bildende Form des Bakteriums Staphylococcus aureus bei Menschen mit Mukoviszidose vor – und welche Bedeutung hat sie für die Lungengesundheit? Diesen Fragen ist Dr. Christine H. Rumpf von der Universität Münster gemeinsam mit einem Forschungsteam in einer klinischen Studie nachgegangen. Für die daraus entstandene Publikation, veröffentlicht im „American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine“, zeichnet der Mukoviszidose e.V. sie mit dem Adolf-Windorfer-Preis 2026 aus. Die Übergabe des Awards findet Ende November in Bielefeld statt.

Staphylococcus aureus (S. aureus) gehört zu den Bakterien, die häufig in den Atemwegen von Menschen mit Mukoviszidose nachgewiesen werden. Bestimmte Stämme können eine schleimige (Biofilm-)Schutzschicht bilden und eine sogenannte mukoide Wachstumsform entwickeln, die sie unter anderem vor dem Immunsystem und Antibiotika schützen kann. Während für Pseudomonas aeruginosa (P. aeruginosa) seit langem bekannt ist, dass es mukoide Varianten gibt, die einen negativen Einfluss auf die Lungenfunktion haben, wurde dies für S. aureus bisher wenig untersucht. Entsprechend wusste man bislang nicht, wie häufig solche Varianten bei S. aureus in den Atemwegen von Menschen mit Mukoviszidose auftreten und welche klinische Bedeutung sie haben.

Die prämiierte Publikation liefert hierzu neue epidemiologische und klinische Daten. An der Studie nahmen 628 Menschen aus 13 Mukoviszidose-Zentren teil. Bei 9,1 Prozent der Personen mit nachgewiesenem S. aureus fanden die Forschenden mukoide Stämme – deutlich häufiger als bislang aus der Literatur bekannt. In der weiteren Analyse zeigte sich über alle untersuchten Personen hinweg zunächst kein signifikanter Unterschied in der Lungenfunktion. In bestimmten Gruppen ergaben sich jedoch Hinweise auf eine schlechtere Lungenfunktion bei Menschen mit mukoidem S. aureus, insbesondere bei Menschen mit Mukoviszidose ohne P. aeruginosa und bei weiblichen Studienteilnehmerinnen. Die Ursachen dieser Beobachtungen sind noch unklar und Gegenstand weiterer Forschung.

Die Ergebnisse unterstreichen zugleich die Bedeutung eines gezielten mikrobiologischen Nachweises, da mukoide S. aureus-Stämme mit Standardverfahren übersehen werden können und häufiger Resistenzen gegenüber verschiedenen Antibiotika zeigten. Die Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) würdigte Rumpfs Publikation bereits als „Aktuelles Highlight der Infektionsprävention und Klinischen Mikrobiologie“.

Dr. Christine H. Rumpf ist Diplom-Ingenieurin (FH) mit dem Schwerpunkt Chemie und Biologie und arbeitet seit 2021 in der Arbeitsgruppe von Prof. Barbara C. Kahl am Institut für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums Münster. Im Juli 2025 wurde sie an der Universität Münster promoviert. Seit 2023 leitet sie ein vom Mukoviszidose e.V. gefördertes Nachwuchsforschungsprojekt zu mukoidem S. aureus und dessen Bedeutung für die Lungenerkrankung bei Mukoviszidose. Aus Arbeiten in diesem Forschungszusammenhang ist auch die nun ausgezeichnete Publikation hervorgegangen.

Eine wichtige Wegbereiterin der Forschung ist Prof. Kahl. Sie legte den Grundstein für die Arbeiten zu mukoidem S. aureus, führte Dr. Rumpf in die Mikrobiologie bei Mukoviszidose ein und begleitete ihre wissenschaftliche Entwicklung und Promotion als Mentorin. Kahl, die seit August im Ruhestand, jedoch weiterhin wissenschaftlich tätig ist, hat damit wesentlich dazu beigetragen, die nun ausgezeichnete Publikation auf den Weg zu bringen.

Der Adolf-Windorfer-Preis

Den mit 5.000 Euro dotierten Adolf-Windorfer-Preis vergibt der Mukoviszidose e.V. einmal jährlich für eine herausragende Arbeit auf dem Gebiet der Erforschung und Therapie der Mukoviszidose. Ziel des Vereins ist es, Patienten, Angehörige, Ärzte, Therapeuten und Forschende zu vernetzen. In Deutschland sind mehr als 8.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene von der unheilbaren Erbkrankheit Mukoviszidose betroffen.

PubMed-Link zur Studie

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