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Abbau der Toleranz gegenüber Tumorzellen: Stiftung fördert Studie zur Immuntherapie von Sarkomen

Leitende Oberärztin und Leiterin des Knochenmarklabors in der Uni-Kinderklinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie (Foto: idw)

München/Münster - Auch durch intensive Therapien können viele Patienten mit bösartigen Tumoren des Binde- und Stützgewebes, so genannte Sarkome, bis heute nicht geheilt werden. Rückfälle gehen in der Regel von Tumorzellen aus, die nach der Chemotherapie im Körper verbleiben und erneut Tumore bilden. Das körpereigene Abwehrsystem ist bei der Bekämpfung des Tumorwachstums oft wenig hilfreich, da gegen die Merkmale der Tumorzellen eine Toleranz besteht. Ein moderner Therapieansatz beruht darauf, die Immunabwehr des Körpers gezielt gegen Tumorzellen zu richten, um chemotherapieresistente Zellen abzustoßen und auf diese Weise Rückfälle zu vermeiden.
In einem von der Wilhelm-Sander-Stiftung geförderten Forschungsprojekt untersuchen die münstersche Uni-Medizinerin Prof. Dr. Claudia Rössig und ihr Team die Rolle der körpereigenen Abwehr bei der Erkennung und Vernichtung von Sarkomzellen. In Blut- und Knochenmarkproben fahnden die Forscher gezielt nach tumorspezifischen Abwehrzellen. Unter Verwendung moderner Zellkulturtechnologien sollen diese dann im Reagenzglas aktiviert und vermehrt werden. Die Mediziner wollen prüfen, inwieweit die Abwehrzellen die Fähigkeit haben, Tumorzellen gezielt aufzuspüren und abzutöten. Dazu verwenden sie Modelle, die das Wachstumsverhalten chemotherapieresistenter Tumorzellen nachahmen. Das Ergebnis soll anschließend in eine klinische Prüfung der Strategie und in eine mögliche Anwendung in aktuellen Behandlungsregimen fließen.
Die Wilhelm-Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit über 150.000 Euro. Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung hat diese insgesamt über 190 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

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