Neuigkeiten aus dem Institut für Medizinische Biochemie (IMB)

Aktin-Regulator Arp2/3-Komplex steuert die gesunde Entwicklung von Immunzellen im Gehirn

Unsere in EMBO Reports veröffentlichte Studie identifiziert einen wichtigen molekularen Mechanismus, der Mikroglia – wichtige Immunzellen des Gehirns – bei ihrer Entwicklung und der Aufrechterhaltung gesunder Funktionen im zentralen Nervensystem unterstützt. Wir konnten zeigen, dass der Arp2/3-Komplex, ein Proteinkomplex, der durch die Organisation von Aktinfilamenten die Struktur und Bewegung von Zellen steuert, dabei eine entscheidende Rolle spielt. Der Verlust einer wichtigen Komponente des Arp2/3-Komplexes störte die normale Reifung der Mikroglia, verhinderte die Ausbildung ihrer charakteristischen verzweigten Form und beeinträchtigte ihre Fähigkeit, das Hirngewebe effektiv zu überwachen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Umbau des Aktin-Zytoskeletts eine zentrale Rolle dabei spielt, Mikroglia flexibel und im Gleichgewicht zu halten sowie schädliche oder übermäßige Immunaktivierungen im Gehirn zu verhindern.

Veröffentlichung:
Safaiyan S, Frosch M, Bickel T, Monaco G, Dvir R, Madry C, Bosch LFP, Kierdorf K, Innocenti M, Priller J, Prinz M, Lämmermann T. The Arp2/3 complex controls the development of homeostatic microglia. EMBO Rep 2026; 27(7):1696-1719.
Article Link: https://www.doi.org/10.1038/s44319-026-00721-8


Wie Nicht-Immunzellen in der Haut Immunzellen am Leben halten

Wir konnten zeigen, wie spezialisierte Zellen in der Haut dazu beitragen, gesunde Populationen von Mastzellen aufrechtzuerhalten – wichtige Immunzellen, die an der Wundheilung, allergischen Reaktionen und dem Schutz vor Infektionen beteiligt sind. Unsere Studie zeigt, dass dermale Fibroblasten und Zellen rund um Blutgefäße die wichtigsten Quellen des KIT-Liganden sind, eines Signalproteins, das für das Überleben von Mastzellen in der Maushaut essenziell ist. Außerdem konnten wir zeigen, dass Keratinozyten, die Zellen der oberen Hautschicht (Epidermis), keine entscheidende Rolle für den Erhalt von Mastzellen unter normalen Bedingungen spielen. Die Ergebnisse liefern neue Einblicke darin, wie verschiedene Hautzelltypen lokale Umgebungen schaffen, die Immunzellen am Leben halten, und könnten zukünftige Forschungen zu entzündlichen Hauterkrankungen und Allergien voranbringen.

Veröffentlichung:
Martzloff P, Testroet F, Salatino A, Ahmed A, Manke T, Biggs LC, Rognoni E, Bajenoff M, Mihlan M, Lämmermann T.
Mast cell homeostasis depends on KIT ligand from dermal fibroblasts and perivascular cells in mouse skin.
J Invest Dermatol 2026; Apr 13: S0022-202X(26)01023-7.
Article link: https://doi.org/10.1016/j.jid.2026.03.029


14. August 2024:

Und nochmal Glückwunsch an Angelika und Team für das Cover bei Nature Cell Biology (Volume 26 Issue 8, August 2024) für die Hervorhebung ihrer Studie über Multi-organelle units.

Link: https://www.nature.com/ncb/volumes/26/issues/8


Links: Aufnahme eines Rasterelektronenmikroskops von dem Moment, in dem degranulierende Mastzellen (sepia) lebende Neutrophile (türkis) anlocken und beginnen, sie in sich aufzunehmen (Foto: M. Frank und Karoline Schulz/Unimedizin Rostock). Rechts: Konfokale Mikroskopie von gefangenen lebenden Neutrophilen (rot mit blauen segmentierten Zellkernen) innerhalb einer Mastzelle (weiß mit blauem Zellkern), welche zusammen eine „Mast cell intracellular trap“ formen (Foto: T. Lämmermann/ZMBE).

2. August 2024:

Neue Studie in „Cell“: Wie Mastzellen den Neutrophilen Fallen stellen 

Wir freuen uns über unsere Studie publiziert in Cell, welche von Erstautor Dr. Michael Mihlan und den Senior-Autor:innen Dr. Angelika Rambold und Prof. Tim Lämmermann geleitet wurde. Wir konnten zeigen, dass Mastzellen lebende Neutrophile einfangen und eine unbekannte Zell-in-Zell-Struktur bilden können, bevor Mastzellen dann Bestandteile der Neutrophilen zu nutzen beginnen. Unsere Studie hat hierbei eine unerwartete funktionelle Verbindung zwischen diesen beiden Zelltypen bei allergischen Reaktionen entdeckt. Mit großer Hilfe von Manuel vom IMB, mehreren Mitgliedern des MPI-Freiburg-Teams und zahlreichen nationalen und internationalen Kollaborateur:innen.

Link: https://www.cell.com/cell/fulltext/S0092-8674(24)00774-8
Link: https://www.uni-muenster.de/news/view.php?cmdid=14210&lang=de


Zell-Zell Kontakte von Eph4 Epithelzellen. Die Abbildung zeigt verschiedene Stadien der Zellkontaktentwicklung, von sehr unreifen Kontakten (strongly serrated), etwas reiferen Kontakten (slightly serrated) zu komplett ausgereiften Zellkontakten (linear). Die Färbung erfolgte mit einem Antikörper gegen das Kontaktprotein ZO-1 (grün) und mit einem Farbstoff gegen DNA (DAPI, blau). Nach Depletion von RhoGDI1 kommt es zur Verzögerung der Zellkontaktbildung mit überwiegend gezackten („serrated“) Zell-Zell Kontakten. Photo: Nicolina Wibbe, IMB.

17. Juli 2024:

Eine neue Studie um das Team von Prof. Klaus Ebnet beschreibt eine Funktion von RhoGDI1 (Rho GDP dissociation inhibitor 1) bei der Ausbildung von Zell-Zell Kontakten von Epithelzellen. Das Team fand heraus, dass RhoGDI1 mehrere Prozesse steuert, die an der Ausbildung und Funktion von epithelialen Zellkontakten beteiligt sind. Dazu gehören die Ausbildung von Zell-Zell-Kontakten, die Entwicklung funktioneller Tight Junctions sowie die kollektive Zellwanderung. Die Arbeit beschreibt außerdem eine mögliche Funktion des Zelladhäsionsrezeptors JAM-A bei der Rekrutierung von RhoGDI1 in die Zell-Zell Kontakte und liefert somit neue Einblicke in die Regulation der Zellkontaktbildung bei Epithelzellen. Die Arbeit ist publiziert im Fachjournal „Frontiers in Cell and Developmental Biology“.

Link: https://www.frontiersin.org/journals/cell-and-developmental-biology/articles/10.3389/fcell.2024.1279723/full


5. Juli 2024:

Einblicke in das komplexe Innenleben von Makrophagen.

Herausragende neue Studie im Fachjournal Nature Cell Biology vom Team um Dr. Angelika Rambold, die Anfang 2025 unserem Institut als unabhängige Gruppe beitreten wird. Mit „OrgaPlexing“ entwickelte ihr Team ein neuartiges Multiplex-Bildgebungsverfahren, das mehrere wichtige Organellensysteme (Mitochondrien, endoplasmatisches Retikulum, Golgi, Peroxisomen, Lipidkörper, Lysosomen) gleichzeitig in primären Immunzellen darstellt. Mithilfe dieser Methode zur umfassenden Kartierung von intrazellulären Kompartimenten identifiziert Angelikas Gruppe funktionelle Einheiten bestehend aus mehreren Organellen, sog. multiorganelle units (MOUs), die den intrazellulären Zellstoffwechsel und die Produktion von Entzündungsmolekülen in Makrophagen steuern.
Mit toller Hilfe von Frauke, Klaus und Manuel vom IMB.

Link: https://www.nature.com/articles/s41556-024-01457-0