Erfolgreiche Teilnahme an der MIE 2026 in Genua

Dr. Johannes Oehm und Lucas Plagwitz (Foto: privat)

In diesem Jahr nahm das Institut für Medizinische Informatik der Universität Münster mit zwei Beiträgen an der Medical Informatics Europe (MIE) teil, die vom 25. bis zum 28. Mai 2026 in Genua stattfand.

Lucas Plagwitz präsentierte aktuelle Forschungsergebnisse zur Generalisierbarkeit von Machine-Learning-Modellen zwischen unterschiedlichen EKG-Datensätzen und Messmethoden. Im Rahmen des Beitrags „Generalization of ML Models Between ECG and VCG Representation“ untersuchte er, wie gut Modelle, die auf klinischen 12-Kanal-EKGs trainiert wurden, auf andere Signalrepräsentationen übertragbar sind. Im Fokus der Studie stand die Übertragung von EKG-Daten auf Vektorkardiogramme (VCG). Die Ergebnisse zeigen, dass die Übertragbarkeit maßgeblich vom verwendeten Aufnahmesystem abhängt und bestimmte Ableitungskonfigurationen eine besonders stabile Leistung über verschiedene Datensätze hinweg ermöglichen. Im Vortrag wurde dieser Ansatz darüber hinaus auf die Übertragbarkeit von klinischen EKGs auf Smartwatch-EKGs erweitert. Das übergeordnete Ziel der Forschung ist es, robuste Muster aus großen und gut annotierten klinischen EKG-Datenbanken zu extrahieren und diese auch für alternative Messformen nutzbar zu machen. Damit sollen die Potenziale moderner KI-Verfahren künftig über verschiedene Geräte und Anwendungsszenarien hinweg besser ausgeschöpft werden.

Johannes Oehm stellte die in Münster entwickelte und auf GitHub kostenlos als Open Source veröffentlichte Softwarekomponente DicomShield im Rahmen des Beitrags „DicomShield: A Pseudonymization Proxy for the Secondary Use of Imaging Data in the Research Context“ vor. DicomShield ermöglicht es, die Trennung zwischen Routine- und Forschungsdomain beim Zugriff auf medizinische Bilddaten über den DICOM-Standard beizubehalten, ohne eine aufwendige doppelte Datenhaltung einrichten zu müssen. DicomShield setzt dabei auf dem Weg der Daten in die Forschungsdomain sowohl die Pseudonymisierung als auch die Prüfung auf die Patient:innen-Einwilligung (Consent) um. Darüber hinaus ermöglicht DicomShield eine Konvertierung der DICOM-Metadaten für FHIR-basierte Datawarehouse-Systeme und einen Zugriff über moderne DICOMweb-Schnittstellen und fungiert somit als Brücke zwischen der DICOM- und der FHIR-Welt. Besonderer Fokus bei der Entwicklung von DicomShield liegt in der Integration von Pseudonymisierungs- und Consentüberprüfungs-Schnittstellen sowie FHIR-Profilen, welche aktuell im Rahmen der Medizininformatik-Initiative (MII) bzw. des Netzwerks Universitätsmedizin (NUM) entwickelt werden. Somit lässt sich DicomShield unkompliziert auch an anderen Datenintegrationszentren einsetzen.