Validierung eines Beschichtungssystems für Implantate und Endoprothesen mit aktivierbaren Eigenschaften
Jährlich werden in Deutschland über 400.000 Endoprothesen implantiert. Bei bis zu 2 % aller Eingriffe kommt es zu Implantat-assoziierten Infektionen. Bei Revisionsoperationen steigt dieses Risiko auf bis zu 40 %. Die Folgen sind gravierend: langwierige Krankenhausaufenthalte, Funktionsverlust, im schlimmsten Fall Amputation oder Sepsis. Bestehende Beschichtungslösungen wirken meist nur kurzzeitig und bieten keinen Schutz vor Spätinfektionen.
Die Klinik für Allgemeine Orthopädie und Tumororthopädie des Universitätsklinikums Münster entwickelt ein neuartiges Doppelschicht-Beschichtungssystem für Titanimplantate. Eine resorbierbare Triglyceridschicht setzt Vancomycin über sechs Wochen frei und verhindert so Frühinfektionen. Eine darunter liegende Poly-L-Lactid-Schicht mit Silberionen kann bei Spätinfektionen gezielt per extrakorporaler Stoßwelle nicht-invasiv aktiviert werden.
Mit der Förderung wird das System präklinisch validiert: Herstellungsprozesse werden optimiert, biologische Sicherheit nach ISO 10993 nachgewiesen und Langzeitstabilität belegt als Grundlage für den Technologietransfer zur klinischen Zulassung.
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