Aktuelle News aus dem 3D-Lab und der Experimentellen Orthopädie

Bessere Heilung nach Implantat-Infektion

Aufgrund der alternden Bevölkerung in vielen westlichen Ländern wächst die Zahl der Versorgungen mit Implantaten kontinuierlich – und damit gleichzeitig die Zahl der Komplikationen. Mit innovativen PMMA-Spacern, die mit 3D-gedruckten Formen hergestellt werden, hat das Universitätsklinikum Münster eine Methode entwickelt, um die Behandlung von Infektionen zu verbessern.

Vor einigen Monaten hatte Dr. Martin Schulze eine 24-jährige Patientin behandelt, die bereits in der Kindheit von einem Knochentumor befallen war, und der vor einigen Jahren der Oberschenkelknochen und Teile des Beckenknochens entfernt werden mussten. An der „Megaprothese“, die danach eingesetzt wurde und das Bein vom Fußgelenk bis zum Becken stützte, hatte sich allerdings eine Infektion gebildet, so dass diese nach einiger Zeit wieder ausgebaut werden musste.

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Uni-Medizin macht Druck für Forschung und Patienten: 3D-Center erhält weitere 2,8 Millionen Euro

Münster (mfm/ajs) – Schädelimplantate, anatomische Modelle, chirurgische Instrumente: Vieles, was im Klinikalltag benötigt wird, fertigen bislang spezialisierte Medizinunternehmen an. Für die Universitätsmedizin in Münster könnten diese Produkte künftig großenteils im eigenen 3D-Druck-Center entstehen. Für den weiteren Ausbau der Einrichtung haben die Medizinische Fakultät der Universität Münster und das Universitätsklinikum Münster (UKM) nun einen Förderbescheid über 2,8 Millionen Euro erhalten. Als eines von 29 Projekten profitiert das Center damit von den Geldern des EFRE/JTF-Programms der Europäischen Union.

Die Grundbausteine für die münstersche Einrichtung sind bereits vorhanden: 2023 wurde der 1,4 Tonnen schwere 3D-Drucker als Kernstück geliefert, 2024 das 3D-Center offiziell eröffnet. Nun soll in den kommenden drei Jahren eine komplette 3D-Druck-Infrastruktur aufgebaut werden. Neben der Beschaffung von neuem Equipment werden dabei neue Verfahren entwickelt, um 3D-gedruckte Medizinprodukte gründlich zu prüfen – etwa auf Stabilität oder darauf, wie Implantate sich im Körper verhalten. Gleichzeitig soll ein digitales Koordinationssystem für das Zentrum entstehen: Ein sogenannter „virtueller Zwilling“ bildet den gesamten 3D-Druckprozess in seiner Produktionsumgebung digital ab. So kann der Druck schon vorab geplant, überwacht und optimiert werden.

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Teilnahme am 26. DECHEMA-Kolloquium „Gemeinsame Forschung in der Klebtechnik“ in Köln

In der vergangenen Woche nahm Julian Hasselmann gemeinsam mit Prof. Dr.-Ing. Miriam Laubrock und Holger Albrecht der FH Münster am 26. Kolloquium „Gemeinsame Forschung in der Klebtechnik“ der DECHEMA e. V. in Köln teil.

Im Rahmen der Veranstaltung stellte Julian Hasselmann Ergebnisse aus dem abgeschlossenen Forschungsprojekt APIMEXA vor, das von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung gefördert wurde. Der Vortrag befasste sich mit der Entwicklung einer anti-infektiven Implantatbeschichtung. Neben der extrakorporalen Aktivierbarkeit der Technologie standen insbesondere die Entwicklung eines teilautomatisierten Herstellungsprozesses sowie die Analyse der Haftfestigkeit der Beschichtung auf gängigen metallischen Implantatwerkstoffen im Fokus.

Der Beitrag stieß auf großes Interesse beim Fachpublikum aus der Klebtechnik und führte zu einem intensiven wissenschaftlichen Austausch mit zahlreichen Fragen und neuen Perspektiven für die weitere Entwicklung der Technologie.

Die Teilnahme am Kolloquium wurde durch das Add-on Fellowship der Joachim Herz Stiftung ermöglicht. Im Rahmen einer laufenden Anschlussförderung durch die Else Kröner-Fresenius-Stiftung wird die Beschichtungstechnologie derzeit weiterentwickelt, mit dem Ziel, sie verstärkt in Richtung Technologietransfer voranzubringen.

Tim Sievers wird in das MedK-Stipendium der Medizinischen Fakultät aufgenommen

Unser frisch ins Team aufgenommener Doktorand Tim Sievers wurde in das Programm des Medizinerkollegs (MedK) eingeladen. Das Stipendium richtet sich an Medizinstudierende der Universität Münster, die experimentelle Dissertationen verfassen wollen und bietet neben einer finanziellen Unterstützung auch Förderung durch Seminare und Vorträge, um dem wissenschaftlichen Nachwuchs einen guten Start in die Forschungspraxis zu ermöglichen. Zusätzlich bietet das Kolleg auch die Möglichkeit zum regelmäßigen Austausch mit anderen jungen und motivierten Studierenden, die einen Beitrag zur Forschung leisten wollen, aber auch mit erfahrenen Mentoren, die den Studierenden die passenden Weichen stellen.
Tim arbeitet mit Arturo Silvero Isidre aus der Klinik für Neurochirurgie an der Umsetzung von Expandable Retraktoren aus Polyetheretherketon (PEEK) für den Einsatz in der Neurochirurgie. Diese Instrumente sollen das Operieren auch in tiefen und schwer erreichbaren Bereichen des Gehirns erleichtern. Außerdem bietet das 3D-Drucken von solchen OP-Instrumenten die Möglichkeit, diese auf etwaige anatomische Besonderheiten von Patienten anzupassen oder auf spezielle Wünsche der Operateure einzugehen. Damit leistet dieses Projekt einen Beitrag in Richtung der individualisierten Medizin und durch die angestrebte Sterilisierbarkeit des Retraktors einen Schritt in die nachhaltigere Krankenversorgung.
Wir freuen uns über die Aufnahme in das Medizinerkolleg und auf die Zusammenarbeit mit Tim!