Aktuelle Informationen zu COVID-19 von der Deutschen Transplantationsgesellschaft e.V. vom 08.02.2021

Update zu COVID-19 Impfungen bei Transplantierten

Aus der aktuellen Presse ist bereits zu erfahren, dass die Abdeckung mit Impfdosen über Deutschland verteilt sicherlich regional unterschiedlich sein wird. Darüber hinaus ist ebenfalls zu erwarten, dass nicht überall Impfstoffe des gleichen Herstellers zur Verfügung stehen werden. Für immunsupprimierte Patienten gilt weiterhin, dass vorzugsweise mit einem Impfstoff, der kein replikationsfähiges Virus enthält, geimpft werden sollte. Damit sind bei den bisher in Deutschland zugelassenen Impfstoffen die auf viraler mRNA basierenden Impfstoffe von (Biontech/Pfizer, Moderna) für Immunsupprimierten Patienten zu bevorzugen. Studienergebnisse, ob unter einer immunsuppressiven Therapie eine ausreichende Schutzwirkung erreicht werden kann, liegen allerdings nicht vor. Aus der Erfahrung mit anderen Impfstoffen wissen wir allerdings, dass es auch bei immunsupprimierten Patienten möglich ist, einen ausreichenden Impfschutz zu erreichen. Die Anwendung von Impfstoffen mit nicht-replikativen Adenoviren wie der gerade von AstraZeneca zugelassene Impfstoff („COVID-19 Vaccine AstraZeneca“) wird derzeit aus unterschiedlichen Gründen kontrovers diskutiert. Die STIKO empfiehlt den Einsatz dieses Impfstoffes nur für Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren, da zur Beurteilung der Wirksamkeit ab 65 Jahren ausreichende Daten fehlen. Zur Sicherheit in Transplantierten fehlen momentan Daten.
 
Ob, falls regional nur ein Vektorimpfstoff zur Verfügung steht, auf eine Impfung verzichtet werden sollte, bleibt eine individuelle Risikoabschätzung. Die Immunsuppression selbst konnte bisher nicht eindeutig als Risikofaktor für einen ungünstigeren Krankheitsverlauf bei COVID-19-Infektion identifiziert werden.

Die Haupt-Risikofaktoren bleiben das Alter und die kardiovaskulären Begleiterkrankungen, die bei Organtransplantierten vermehrt vorliegen und damit ein hohes Risiko für einen ungünstigen Verlauf einer COVID-19-Erkrankung darstellen.
Unabhängig davon, welchen Impfstoff man einsetzt, kann momentan nicht beantwortet werden, wie lange ein Impfschutz beim Immunsupprimierten anhält, bzw. ob auch asymptomatische Infektionen verhindert werden können.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Deutschen Transplantationsgesellschaft e.V. unter

https://www.d-t-g-online.de/index.php/covid-19

 

Herzlich willkommen auf der Internetseite des Deutschen Lebendspende Registers „Safety of the Living Kidney Donor-German National Register (SOLKID-GNR)“

Die Nierentransplantation stellt die optimale Therapie des terminalen chronischen Nierenversagens (CKD Stadium V) dar. Aufgrund des besonders in Deutschland fortwährenden Organmangels und der damit verbundenen zunehmend langen Wartezeiten auf eine Spenderniere eines Verstorbenen, aktuell sind es ca. neun Jahre, ist die Lebendspende eine alternative Therapieoption. Der Anteil der Lebendspende an den Nierentransplantationen wächst stetig in Deutschland. Gleichzeitig wächst aber auch der Druck auf die Spender, eine Niere zu spenden und so dem Empfänger die langen Wartezeiten und die Dialyse zu ersparen. Es ist zu beobachten, dass auch der Anteil älterer Lebendspender mit Begleiterkrankungen - sog. marginale Spender - wächst.

Obwohl im Transplantationsgesetz eine Empfehlung für eine lebenslange jährliche Nachsorge der Lebendspender gegeben wurde, finden häufig nur innerhalb der ersten drei Jahre die durch die IQTIG vorgegebenen Nachsorgeuntersuchungen der Lebendspender nach erfolgter Spende statt. Bis 2019 gab es keine substantiellen Erkenntnisse zum Einfluss der Lebendnierenspende auf das kombinierte psychosoziale und physische Risiko der Lebendspender. Insbesondere das heute zu beobachtende geänderte Spenderprofil könnte das Risiko erhöhen.

Daher ist ein Register, das die Lebendnierenspender lebenslang begleitet und die Datenlücken zum psychosozialen und physischen Outcome der Lebendnierenspender schließt, notwendig.

Das Gesamtziel des Registers ist die Verbesserung der Einschätzung der medizinischen und psychosozialen Spenderrisiken im Langzeitverlauf im deutschen Gesundheitssystem durch die systematische und prospektive Datenerfassung vor und nach der Lebendnierenspende.

Kontakt: info@lebendspenderegister.de