Gastvortrag über KI-gestützte Netzwerkmedizin

Am 5. Mai 2026 hielt Prof. Jan Baumbach (Direktor Computational Systems Biology, Universität Hamburg) im Rahmen unseres Seminars über Neuere Methoden in der Medizinischen Informatik einen Vortrag zum Thema „Network Medicine GPT – A foundation model for disease mechanism mining and drug repurposing“.
Im Mittelpunkt stand NetMedGPT, ein neues KI-Modell, das große Mengen medizinischer Daten analysiert, Zusammenhänge zwischen Krankheiten und Medikamenten erkennt und so neue Therapieansätze aufzeigen kann. Anders als viele bisherige Modelle kann NetMedGPT verschiedene Aufgaben gleichzeitig bearbeiten, zum Beispiel vorhersagen, welche Wirkstoffe bei bestimmten Krankheiten helfen, mögliche Nebenwirkungen oder Gegenanzeigen erkennen und sogar den Einsatz von Medikamenten für offiziell nicht zugelassene Anwendungen („Off-Label-Anwendungen“) prüfen.
Besonders interessant ist die generative Fähigkeit des Modells, mit der biologisch plausible Netzwerke erstellt werden können, die neue Einblicke in Krankheitsmechanismen liefern. So unterstützt NetMedGPT Forschende dabei, neue Hypothesen zu entwickeln und potenziell Medikamente schneller wiederzuverwenden.
Für Interessierte gibt es ein interaktives Interface, über das Modellvorhersagen direkt per natürlicher Sprache abgefragt werden können: https://apps.cosy.bio/netmedgpt/.
Der Vortrag zeigte anschaulich, wie moderne KI-Methoden die medizinische Forschung voranbringen und langfristig die personalisierte Medizin unterstützen können.