Strukturbiologie des Metabolit- und Proteintransports

Gatsogiannis Lab

Rund 60 % aller derzeit zugelassenen Medikamente greifen in den Transport kleiner Moleküle oder Proteine über biologische Membranen ein. Unsere Arbeitsgruppe untersucht die molekularen Mechanismen grundlegender Transportprozesse und erforscht, wie komplexe makromolekulare Maschinen durch ihre Architektur einen hochselektiven Transport ermöglichen.

Unser wichtigstes Werkzeug ist die Kryo-Elektronenmikroskopie (Cryo-EM), einschließlich Single-Particle-Analyse und Kryo-Elektronentomographie. Durch die Kombination von Cryo-EM mit biochemischen, biophysikalischen, molekularbiologischen und bioinformatischen Methoden gewinnen wir detaillierte Einblicke in die Struktur und Dynamik biologischer Transportsysteme.

Unsere Forschungsschwerpunkte

Metabolittransport

  • Ionenkanäle, einschließlich porenbildender Toxine, die Ionenkanäle nachahmen
  • SLC-Transporter (Solute Carrier Transporter)

Proteintransport

  • AAA-ATPasen, die Proteine aus biologischen Membranen extrahieren
  • Die peroxisomale Importmaschinerie, die für den Transport gefalteter Enzyme in das Lumen der Organellen verantwortlich ist

Langfristig möchten wir die Mechanismen selektiven Transports für therapeutische Anwendungen beim Menschen nutzbar machen.

Mehr über unsere Forschung erfahren Sie hier.
 

Unsere Arbeitsgruppe

Wir sind am Center for Soft Nanoscience (SoN) angesiedelt. Christos Gatsogiannis ist wissenschaftlicher Leiter der Cryo-EM-Infrastruktur der Universität Münster (cryoEM SoN) sowie Sprecher des Konsortiums CheMTrap – Chemical Strategies to Target Membrane Transport Proteins. Ziel des Konsortiums ist die Etablierung eines neuen Sonderforschungsbereichs (SFB) an der Universität Münster.

Forschung an der Universität Münster

Entdecken Sie unsere Forschung im aktuellen Porträtfilm der Universität Münster
Forto: Karthik Subramaniam Kalyankumar
Prof. Dr. Christos Gatsogiannis
Modell der Struktur des Transporters UapA (Abb.: George Broutzakis)

07/2026 Zelltransporter im Fokus: Neue Erkenntnisse könnten Kampf gegen Pilzinfektionen unterstützen

Transporter sind spezielle Proteine, die als „Torwächter“ der Zelle den Stoffaustausch kontrollieren. Wir haben gemeinsam mit der Nationalen und Kapodistrias-Universität Athen den UapA-Transporter des Modellpilzes Aspergillus nidulans untersucht. Die Ergebnisse liefern neue Erkenntnisse für die Zellbiologie und könnten langfristig zur Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten gegen Pilzinfektionen beitragen. Zum Beitrag

07/2026 Kryo-EM und medizinische Forschung für alle erlebbar machen

Bei der MS Wissenschaft in Münster haben wir unsere Kryo-EM-Infrastruktur sowie Forschungsergebnisse vorgestellt – ergänzt durch eine Virtual-Reality-Erfahrung. In der VR konnten Besucher:innen die hochauflösenden biologischen Strukturen aus unserer Kryo-EM-Forschung räumlich erleben. Das Publikum war dabei sehr vielfältig – von Schüler über Studierende bis hin zu Familien und fachlich interessierten Besucher:innen. Die Reaktionen zeigten, wie unterschiedlich der Zugang zu komplexer medizinischer Forschung sein kann – und wie gut sich Strukturen in 3D vermitteln lassen. Gerade im direkten Austausch wurde deutlich: Wenn molekulare Strukturen sichtbar und greifbar werden, entstehen neue Fragen und echtes Verständnis!
 

©Michael Kuhlmann

05/2026 SFB 1348 Internationales Symposium „Mechanochemische Signale an zellulären Schnittstellen“

Unser Doktorand Karthik stellte unsere neuesten Forschungsergebnisse zur Wirkung von Latrotoxin an der Synapse auf der internationalen SFB1348-Tagung „Mechanochemische Signale an zellulären Schnittstellen“ in Münster vor. 

 

 

 

03/2026 WDR Lokalzeit: Die Suche nach neuen Verhütungsmitteln – Steht die Pille für den Mann kurz vor dem Durchbruch?

Im März 2026 stand die aktuelle Forschung am Center for Soft Nanoscience (SoN) im Rampenlicht: Ein Team des WDR besuchte das SoN, um sich vor Ort über neueste Ansätze zur Erforschung der Spermienbeweglichkeit zu informieren.

Mithilfe der Kryo-Elektronenmikroskopie (Cryo-EM) können biologische Strukturen bis auf atomare Ebene sichtbar gemacht werden. Diese Methode nutzt die Arbeitsgruppe von Christos Gatsogiannis am SoN unter anderem in Zusammenarbeit mit Timo Strünker vom Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie, um die Entwicklung neuer Verhütungsstrategien voranzutreiben. Zum Beitrag

Das münstersche Contraception.MS-Team (Foto: Uni MS/E. Wibberg)

02/2026 Millionenförderung für Erforschung neuer Verhütungsmethoden

Ionenkanäle in Spermien als mögliche Gamechanger

Seit nunmehr 66 Jahren sind es ausschließlich Frauen, die Präparate zur Empfängnisverhütung einnehmen – die „Pille“. Ein Pendant für den Mann gibt es nicht. Nun will der Forschungsverbund Contraception.MS neue Ansätze für nicht hormonelle Verhütungsmethoden für beide Geschlechter untersuchen. Dafür stellt das Bundesministerium für Forschung, Technik und Raumfahrt (BMFTR) drei Millionen Euro bereit. Mit der Förderzusage erläutert das Expertenteam aus Münster und Hamburg die Schwerpunkte der Arbeit.  Zum Beitrag

04/2025 Herzlichen Glückwunsch an Dr. Maximilian Rüttermann

Als Doktorand von Prof. Gatsogiannis trug Maximilian wesentlich zur Etablierung des „Gatsogiannis Lab“ bei und engagierte sich neben seiner sehr erfolgreichen Promotion in zahlreichen verantwortungsvollen Funktionen innerhalb der Forschungsgruppe.

09/2024 Posterpreis auf Murnau Konferenz: Glückwunsch an Dr. Björn-Udo Klink

Posterpreis an Dr. Klink „9th Murnau Conference on Structural Biology" 

 

 

 

09/2024 Posterpreis auf OEPM Konferenz: Glückwunsch an Dr. Jorgaq Pata

Das 9. Open European Peroxisome Meeting (OEPM 2024) fand vom 26. bis 28. September 2024 in Sant Feliu de Guíxols in Spanien statt. Jorgaq Pata gewann den Posterpreis für seine Arbeit über Peroxisomen unter Verwendung von Kryo-ET.

05/2024 Posterpreis auf SFB1348 Konferenz: Glückwunsch an Karthik Kalyankumar Subramaniam

...der im Rahmen des SFB1348 „Molekulare Mechanismen der Membranorganisation“ einen Posterpreis gewonnen hat

04/2023 Jahresporträts der Uni Münster: Zwölf Monate, zwölf Menschen

...Prof. Gatsogiannis stellt sich darin vor!

Christos Gatsogiannis zog im Alter von 18 Jahren von Karditsa in Griechenland nach Deutschland, um in Mainz Biologie zu studieren, wo er sich für molekulare Mechanismen und Proteinstrukturen begeisterte. Während seines Studiums entdeckte er die Kryo-Elektronenmikroskopie (Cryo-EM), die damals noch in den Anfängen stand und neue Möglichkeiten zur Untersuchung biologischer Strukturen eröffnete. Nach seiner Promotion im Jahr 2009 mit höchster Auszeichnung setzte er seine Forschung in Deutschland fort, unter anderem am Max-Planck-Institut in Dortmund, wo er später eine Forschungsgruppe leitete. Seit 2020 forscht und lehrt er an der Universität Münster und nutzt dort modernste Cryo-EM, um biomolekulare Strukturen auf nahezu atomarer Ebene zu untersuchen. Hier geht es zum kompletten Portrait.

09/2023, Maximilian Rüttermann erhält das "Paper of the Month"!

Hier geht es zum Artikel.

12/2023 Glückwunsch an Eda Şamiloğlu Tengirşek

...für ein Stipendium der Studienstiftung und Herzlich Willkommen in unserer Arbeitsgruppe!