Das Institut für Molekulare Tumorbiologie (IMTB) ist ein experimentell ausgerichtetes medizinisches Forschungsinstitut. Ziel unserer Arbeit ist es, die molekularen Grundlagen von Zelldifferenzierung, Tumorentstehung und Immunzellfunktionen zu verstehen und dieses Wissen für die Entwicklung innovativer Therapiestrategien nutzbar zu machen.

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf der Analyse zellulärer Programme, die Gesundheit und Krankheit bestimmen. Veränderungen in Genregulation, epigenetischer Organisation und Signaltransduktion beeinflussen diese Programme entscheidend. Dabei konzentrieren wir uns insbesondere auf Zellen des angeborenen Immunsystems wie Makrophagen und Neutrophile sowie auf hämatopoetische Stamm- und Vorläuferzellen. Mithilfe von Krankheitsmodellen aus Onkologie und Infektionsbiologie – darunter Leukämien und andere Tumorformen – untersuchen wir, wie gestörte Regulationsmechanismen zur Entstehung von Krankheiten beitragen.

Ein zentraler Forschungsschwerpunkt des IMTB liegt auf Transkriptionsfaktoren – Proteinen, die gezielt die Expression bestimmter Gene steuern – und ihrer Rolle bei der Kontrolle hämatopoetischer Zellschicksale. In enger Wechselwirkung mit epigenetischen Mechanismen regulieren sie Selbsterneuerung, Differenzierung und Funktion von Immunzellen. Zur Untersuchung dieser Netzwerke nutzen wir modernste Next-Generation-Sequenzierung, funktionelle genetische Screens sowie transgene Modellsysteme und arbeiten eng mit dem universitätsklinischen Umfeld zusammen. Darüber hinaus werden unsere Fragestellungen durch die Zusammenarbeit in überregionalen Forschungsverbünden adressiert, wie aktuell im TRR332, einem DFG-geförderten Sonderforschungsbereich, der der vertieften Erforschung der Biologie von Neutrophilen gewidmet ist.

Besonderes Augenmerk unserer Forschung gilt dem Transkriptionsfaktor PU.1, der für die Entwicklung und Funktion myeloider und lymphoider Zelllinien essenziell ist und anhand dessen sich grundlegende Fragen der zellulären Selbsterneuerung, Differenzierung und Funktion klären lassen. So konnten wir kürzlich erstmals nachweisen, dass PU.1 überschießende Immunreaktionen durch epigenetische Kontrollmechanismen begrenzt und dadurch Gewebeschäden verhindert. Außerdem zeigen unsere aktuellen Arbeiten an PU.1, wie der Verlust oder die Fehlregulation zentraler Transkriptionsfaktoren alternative Überlebensprogramme in Krebszellen aktiviert. Diese Erkenntnisse liefern grundlegende Einblicke in die Regulation der Hämatopoese und eröffnen neue Perspektiven für gezielte Therapien in der Krebs- und Infektionsmedizin.

Forschungsschwerpunkte und ausgewählte Veröffentlichungen aus unserem Labor