„Die Medizin der Zukunft aktiv mitgestalten zu können, ist mein zentraler Antrieb.“
28.05.2026
Dr. Marcel Kemper ist Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie an der Medizinischen Klinik A des UKM. Seit 2019 arbeitet er am UKM, seit 2020 in der Arbeitsgruppe „Tumorprogression und Metastasierung“ von Universitätsprofessorin Dr. Annalen Bleckmann. Über das CareerS-Programm hat er eine dreijährige Clinician-Scientist-Förderung erhalten.

Was begeistert Sie an der Forschung?
Nach meiner ersten ärztlichen Tätigkeit in einem peripheren Krankenhaus habe ich relativ schnell gemerkt, dass mir die reine Regelversorgung nicht ausreicht. Ich hatte das Bedürfnis, über den klinischen Alltag hinauszugehen und mich aktiv mit wissenschaftlichen Fragestellungen zu beschäftigen. Das war letztlich auch der Grund für meinen Wechsel an eine Universitätsklinik: Hier gibt es die Möglichkeit, Forschung und Klinik zu verbinden und damit nicht nur bestehende Therapien anzuwenden, sondern die Medizin der Zukunft mitzugestalten – sei es durch Grundlagenforschung oder durch klinisch-wissenschaftliche Projekte wie Studien zu neuen Medikamenten.
Woran forschen Sie aktuell?
Unsere Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit extrazellulären Vesikeln, also kleinen Zellabschnürungen, die eine wichtige Rolle in der Zellkommunikation spielen. Mein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Lungenkarzinom, und hier insbesondere auf bestimmten Subgruppen von Lungenkarzinom-Patientinnen und -Patienten, die ein erhöhtes Risiko für Hirnmetastasen haben. Ich versuche herauszufinden, inwiefern deren Tumorzellen über Vesikel mit Immunzellen im zentralen Nervensystem interagieren und so die Entstehung von Metastasen im Gehirn begünstigen.
Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?
Kürzlich konnte ich Drittmittel über ein pharmazeutisch gefördertes Programm einwerben, mit denen sich Folge- und Spin-off-Projekte auch nach dem Ende meiner Clinician-Scientist-Förderung realisieren lassen. Anfang 2025 wurde ich in ein Konsortium aufgenommen, in dem ich mich mit internationalen Expertinnen und Experten dazu austauschen und gemeinsame Projekte vorantreiben werde. Perspektivisch sehe ich meinen klinischen Schwerpunkt in der Thoraxonkologie, eingebettet in ein translationales Setting. Dazu gehören für mich auch die Betreuung klinischer Studien und die enge Verzahnung von Forschung und Patientenversorgung.
Dieser Beitrag stammt aus dem Jahresbericht 2025 des Westdeutschen Tumorzentrums.