Auftakt für den Münsteraner Sonderforschungsbereich „Reproduction.MS“

Mitglieder des SFB 1748 „Reproduction.MS“ beim Kick off Meeting in Münster (Foto: M. Ibrahim).

Mit großer Vorfreude auf die kommenden vier Jahre ist der neue DFG-Sonderforschungsbereich „Reproduction.MS – Molekulare Pathomechanismen männlicher Infertilität“ (SFB 1748) in die erste Förderperiode gestartet. Beim Kick-off-Treffen nutzten die beteiligten Projektleitungen und Nachwuchsforschenden die Gelegenheit für einen intensiven Austausch. 

So kamen die Doktorandinnen und Doktoranden des SFB das erste Mal zusammen und starteten offiziell die Research Training Group (RTG). 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Münster und des Universitätsklinikums Münster, der RWTH Aachen und Max-Planck-Instituts Münster haben sich rege über verschiedene Aspekte der männlichen Unfruchtbarkeit ausgetauscht. Neben dem wissenschaftlichen Austausch formierten sich die Gleichstellungs-, Kommunikations- und Forschungsdaten-Committees, sowie das Executive Board. 

Der SFB zielt darauf ab, die molekularen Grundlagen der Reproduktion sowie die Pathomechanismen männlicher Unfruchtbarkeit aufzuklären. Der translationale Forschungsansatz wird durch die enge Verzahnung von Grundlagenforschung und Medizin in Münster ermöglicht. „Weltweit sind mehr als 50 Millionen Paare von Unfruchtbarkeit betroffen, in der Hälfte der Fälle liegt es am Mann. Die Ursachen sind jedoch weitgehend unbekannt“, erklärt das SFB-Sprecherteam Frank Tüttelmann, Timo Strünker und Nina Neuhaus von der Universität Münster. „Unser Ziel ist es, diese Wissenslücken zu schließen.“ Dazu untersuchen die Forschenden, welche molekularen Prozesse die Hodenfunktion, die Spermienbildung und -qualität, die Befruchtung sowie die frühe Embryonalentwicklung steuern. Dazu wird vor allem Probenmaterial von unfruchtbaren Männern herangezogen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sollen schnell in die klinische Praxis überführt werden, um Therapieentscheidungen zu personalisieren und die Versorgung unfruchtbarer Paare zu verbessern.