Die chronische Nierenerkrankung (CKD) ist eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit. Sie ist nicht nur eine fortschreitende Erkrankung, sondern auch ein wichtiger Risikofaktor für zahlreiche Komplikationen, die mit erheblicher Morbidität und Mortalität verbunden sind. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass die CKD bis 2040 weltweit zu einer der fünf häufigsten Todesursachen werden wird.
Die Prognose von Patienten mit CKD wird maßgeblich durch kardiovaskuläre Komplikationen bestimmt. Kardiovaskuläre Erkrankungen (CVD) sind die häufigste Todesursache bei Menschen mit CKD. Neben traditionellen Risikofaktoren wie Alter, Diabetes und Bluthochdruck tragen CKD-assoziierte Faktoren – darunter urämische Toxine, Entzündungen, oxidativer Stress und Störungen im Mineralstoffwechsel – zu endothelialer Dysfunktion, mikrovaskulärer Rarefizierung, myokardialer Fibrose, linksventrikulärer Hypertrophie und Herzinsuffizienz bei. Weitere Mechanismen und Risikofaktoren sind jedoch noch unzureichend verstanden. Deren Identifizierung könnte neue prognostische Marker und therapeutische Möglichkeiten aufzeigen.
Unsere Arbeitsgruppe konzentriert sich auf die molekularen und zellulären Mechanismen, die Nierenfunktionsstörungen mit Gefäßschäden, Entzündungen und kardiovaskulärem Remodeling (Umbau) verbinden. Wir interessieren uns besonders dafür, wie sich CKD-assoziierte Veränderungen im systemischen Milieu auf Endothelzellen, Immunzellen, die Mikrozirkulation und das Herz auswirken. Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt auf der Rolle der Phosphat-Dysregulation und antiangiogener Faktoren in diesen Prozessen.
Unser Forschungsprogramm ist translational und integriert Grundlagenforschung, klinische Studien am Menschen, epidemiologische Analysen und die systematische Untersuchung menschlicher Bioproben. Wir kombinieren Patientenstudien mit mechanistischen Experimenten in Zellkultur- und Tiermodellen. Dieser Ansatz ermöglicht es uns, klinisch relevante Phänomene zu identifizieren, ihre zugrunde liegende Pathophysiologie zu definieren und potenzielle Biomarker sowie therapeutische Zielstrukturen (Targets) zu evaluieren.
