Versorgungsforschung zu Knochenheilungsstörungen

Auswertung von Real World Data

Osteoporoseassoziierte Frakturheilungsstörungen

-Identifikation von Risiken und Präventionsstrategien-

Das Projekt untersucht den Einfluss von anti-osteoporotischer Medikation auf die Frakturheilung im
höheren Lebensalter. Pseudarthrosen sind schwerwiegende Komplikationen mit funktionellen
Einschränkungen, erhöhter Mortalität und relevanter gesundheitsökonomischer Belastung. Trotz
umfangreicher präklinischer Daten ist der Effekt moderner antiresorptiver und osteoanaboler Therapien
auf klinisch relevante Heilungsendpunkte bislang nicht abschließend geklärt.


Geplant ist eine populationsbasierte, retrospektive Kohortenstudie auf Grundlage bundesweiter
Krankenkassendaten (2015 – 2024). Eingeschlossen werden Patientinnen und Patienten ≥65 Jahre mit
definierten Frakturen. Die Verschreibung von Bisphosphonaten, Denosumab, Teriparatid/Abaloparatid,
Romosozumab sowie SERMs/Östrogenen wird anhand ATC-kodierter Verordnungsdaten als
zeitabhängige Variable modelliert. Primärer Endpunkt ist das Auftreten einer Frakturheilungsstörung,
operationalisiert über Pseudarthrosediagnosen und revisionspflichtige Folgeeingriffe. Sekundäre
Endpunkte umfassen chirurgische Komplikationen, erneute osteoporoseassoziierte Frakturen und
Gesamtmortalität.


Durch den Einsatz moderner Zeit-zu-Ereignis-Modelle unter Berücksichtigung konkurrierender Risiken
und Propensity-Score-Methoden im Rahmen von Target-Trial-Emulationen wird eine robuste
Adjustierung für Confounding gewährleistet. Die Studie liefert erstmals belastbare Real-World-Evidenz
zu substanzklassenspezifischen Effekten auf harte Versorgungsendpunkte und schafft eine fundierte
Grundlage für leitlinienrelevante Therapieentscheidungen in der geriatrischen Frakturversorgung.

Aktuelle Forschungsförderung durch die Elsbeth Bonhoff Stiftung.