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Was uns zusammenhält: Münstersche Nachwuchswissenschaftler erhalten Preise für translationale Forschung

Die Arbeitsgruppenleiter Priv.-Doz. Dr. Vinzenz Oji (l.) und Prof. Karin Loser (r.) mit den Preisträgern Henning Wiegmann und Maria Schneeweiss (Foto: Jutta Bückmann)

Münster (mfm/jk) –  Zehn Kilogramm Gewicht, bis zu zwei Quadratmeter Fläche: Die Haut ist das mit Abstand größte Organ des menschlichen Körpers. Und dazu eines der wichtigsten: Sie schützt uns vor Austrocknung, vor Druck und Stößen, vor dem Eindringen von Fremdkörpern. Sie hält uns zusammen. Doch Krankheiten der Haut nehmen immer weiter zu. Durch erhöhte Feinstaubbelastung, Stress und andere Umwelteinflüsse leiden immer mehr Menschen unter Neurodermitis oder Kontaktallergien. Ziel der translationalen Forschung in der Dermatologie ist es, Lösungsansätze aus dem Labor so schnell wie möglich in die Praxis und damit zum Patienten zu bringen. Für ihre Arbeiten auf diesem Gebiet wurden jetzt zwei Nachwuchswissenschaftler der Universität Münster mit dem Translational-Research-Preis der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Forschung (ADF) ausgezeichnet.

Der Preis, der auf der Jahrestagung der ADF in Zürich verliehen wurde, soll Arbeiten mit besonders hoher Qualität und Innovation würdigen. Maria Schneeweiss und Henning Wiegmann, beide aus der Uni-Hautklinik, konnten die Jury mit ihren Projekten überzeugen. Schneeweiss charakterisierte einen neuen Wirkstoff, der eine anti-entzündliche und Juckreiz mildernde Wirkung bei Neurodermitis zeigt. Durch seine chemische Struktur bindet er nur an bestimmte der betroffenen Rezeptoren, wodurch die bei anderen, strukturell ähnlichen Stoffen üblichen Nebenwirkungen ausbleiben. In ihrer Arbeitsgruppe, der Experimentellen Dermatologie und Immunbiologie der Haut unter Leitung von Prof. Karin Loser, konnte die Wissenschaftlerin so möglicherweise die Grundlage für eine verbesserte Neurodermitis-Therapie in der Zukunft schaffen.

Das Projekt von Wiegmann widmete sich einer anderen, eher seltenen Hauterkrankung: Beim Netherton-Syndrom stellt sich bei den Betroffenen eine Rötung des gesamten Hautorgans ein; sie haben brüchige Haare, Haarausfall und weitere krankhafte Veränderungen des Hautbildes. Zurückzuführen ist dies auf das Fehlen des Enzyms LEKTI. In seinen Experimenten konnte Wiegmann die langjährige Theorie seiner Arbeitsgruppe bestätigen, dass LEKTI als Substrat des Enzyms Transglutaminase-1 fungiert. Wie Schlüssel und Schloss passen beide Proteine ineinander. Es gelang dem Wissenschaftler außerdem, LEKTI herzustellen und damit eine Therapieoption für das Netherton-Syndrom zu schaffen. In seiner Arbeitsgruppe unter Leitung von Privatdozent Dr. Vinzenz Oji wird er weiter an diesem Ansatz arbeiten.

Der Translational-Research-Preis der ADF wird in sechs Fachrichtungen der dermatologischen Forschung verliehen und ist mit jeweils 2.500 Euro dotiert. Die Auszeichnung wird unterstützt von der Novartis Pharma GmbH.

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