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Zelltypen besser unterscheiden: DFG und Land NRW finanzieren Multispektral-Imaging-System für die medizinische Forschung an der Uni Münster

Wissenschaftler aus insgesamt acht Instituten und Kliniken, darunter auch die Direktorinnen Prof. Eva Wardelmann (l.) und Prof. Claudia Rössig, profitieren von den Möglichkeiten des neuen Bildgebungsgerätes „Vectra“ (Foto: FZ)

Münster - Ein neues Bildgebungsgerät erleichtert die Arbeit der münsterschen Universitätsmediziner: Seit gut drei Wochen steht „Vectra“ im Institut für Pathologie an der Uniklinik. Die Direktorin des Institutes, Prof. Eva Wardelmann, erläutert die Vorteile der Neuanschaffung: „Es handelt sich um ein lernendes System. Und da wir Pathologen naturgemäß eine besondere Expertise haben, was die Identifikation und den Umgang mit Zellpopulationen betrifft, ist es gut, dass das Mikroskop hier im Haus beheimatet ist.“
Die Innovation bei der digitalen Multifluoreszenz-Methode ist die Vielfalt an Informationen, die aus einem einzigen Gewebeschnitt - zum Beispiel dem eines Tumors - gewonnen werden. Um zu verstehen, aus welchen Zelltypen sich der Tumor zusammensetzt, müssen diese mittels verschiedener Marker eingefärbt werden. Bisher konnten einzelne Schnitte nur mit höchstens zwei bis drei Markern gleichzeitig angefärbt werden. Um mehrere Zelltypen zu identifizieren, mussten verschiedene Serienschnitte untersucht werden. Die Sicherheit, dass dabei die verschiedenen Schnitte vollkommen deckungsgleich waren, gab es bei dem bisherigen Verfahren nicht.
Mit dem neuen Verfahren dagegen kann ein einzelner Gewebeschnitt mit bis zu sieben Markern angefärbt werden, was sowohl Material spart als auch die Präzision erhöht. „Mit ‚Vectra‘ bekommen wir nun ein buntes Bild der verschiedenen Zellen, aus denen sich ein Tumor zusammensetzt. Dazu gehören auch Zellen des Abwehrsystems. Wir können nicht nur die Zellen identifizieren, sondern auch feststellen, welche Beziehung sie zueinander haben – wie sie also das Wachstum des Tumors unterstützen oder auch verhindern“, freut sich Prof. Claudia Rössig, Direktorin der Uniklinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie. „Daraus lassen sich Hinweise ableiten, wie man den Tumor bekämpfen kann.“
Die Mittel für die Investition - rund 330.000 Euro - wurden der Universität Münster über einen erfolgreichen Antrag im Forschungsgroßgeräte-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft bewilligt. Die DFG und das Land Nordrhein-Westfalen finanzieren den Kauf zu gleichen Teilen. Forschergruppen der Medizinischen Fakultät aus acht Kliniken und Instituten des UKM werden künftig von den Möglichkeiten des Gerätes profitieren. Freuen über Vectra können sich aber auch die Forscher des Exzellenzclusters „Cells in Motion“, da die innovative Bildgebung ihre Untersuchungen zur Interaktion von Zelltypen im Gewebe effizienter macht.

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