Abgeschlossene Projekte

  • Spider VR

    Projektbeschreibung

    In Kooperation mit dem Institut für Medizinische Psychologie und Systemneurowissenschaften (IMPS) und dem Institut für Biomagnetismus und Biosignalanalyse (IBB) sowie der Uniklinik Würzburg wurde die Studie im Rahmen eines durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten standortübergreifenden Sonderforschungsbereichs (SFB/Transregio 58 „Furcht, Angst, Angsterkrankungen“) durchgeführt. 

    Zentraler Untersuchungsgegenstand der Studie war die Behandlung von Spinnenangst mit Expositionstherapie – eine Form der sogenannten Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT). Sie ist die vielfach bestätigte beste Form der Behandlung von Phobien und hat schon vielen Betroffenen geholfen. Leider sprechen nicht alle Personen gleichermaßen gut auf eine Behandlung an. Ziel dieser Untersuchung war es, zu überprüfen, ob eine Vorhersage des Ansprechens auf Basis von neurobiologischen Merkmalen bereits vor Therapiebeginn möglich ist. Solche Information könnten zukünftig helfen, Personen mit einer ungünstigen Prognose schon von Beginn an intensiver bzw. mit einer für sie speziell zugeschnittenen Therapie zu behandeln. 

    Was genau wurde in der Studie gemacht?

    Wir konnten zeigen, dass es möglich ist, mithilfe von a priori erhobenen Daten (z.B. Fragebögen) und Machine Learning Verfahren den Therapieerfolg von einzelnen Proband:innen vorherzusagen. Außerdem konnten wir zeigen, dass sich Menschen mit Spinnenangst in ihrer neuronalen Reaktion auf unspezifische emotionale Reize (emotionale Gesichter) unterscheiden, was uns neue Erkenntnisse über die neuronalen Grundlagen von spezifischen Angststörungen ermöglicht.

    Was sind unsere Ergebnisse?

    Wir konnten zeigen, dass es möglich ist, mithilfe von a priori erhobenen Daten (z.B. Fragebögen) und Machine Learning Verfahren den Therapieerfolg von einzelnen Proband:innen vorherzusagen. Außerdem konnten wir zeigen, dass sich Menschen mit Spinnenangst in ihrer neuronalen Reaktion auf unspezifische emotionale Reize (emotionale Gesichter) unterscheiden, was uns neue Erkenntnisse über die neuronalen Grundlagen von spezifischen Angststörungen ermöglicht.

    Publikationen mit Daten des Projektes:

    Böhnlein, J., Altegoer, L., Muck, N. K., Roesmann, K., Redlich, R., Dannlowski, U., & Leehr, E. J. (2020). Factors influencing the success of exposure therapy forspecific phobia: A systematic review. Neuroscience and Biobehavioral Reviews, 108, 796–820. doi.org/10.1016/j.neubiorev.2019.12.009

    Leehr, E. J., Roesmann, K., Böhnlein, J., Dannlowski, U., Gathmann, B., Herrmann, M. J., … Hilbert, K. (accepted). Clinical predictors of treatment response towards exposure therapy in virtuo in spider phobia: a machine learning and external cross-validation approach. Journal of Anxiety Disorders.

    Roesmann, K., Leehr, E. J., Boehnlein, J., Steinberg, C., Seeger, F., Schwarzmeier, H., Gathmann, B., Siminski, N., Herrmann, M. J., & Dannlowski, U. (2021). Behavioral and Magnetoencephalographic Correlates of Fear Generalization Are Associated with Responses to Later Virtual Reality Exposure Therapy in Spider Phobia. MedRxiv.

    Leehr, E. J.*, Roesmann, K.*, Böhnlein, J., Dannlowski, U., Gathmann, B., Herrmann, M. J., Junghöfer, M., Schwarzmeier, H., Seeger, F. R., Siminski, N., Straube, T., Lueken, U., & Hilbert, K. (2021). Clinical predictors of treatment response towards exposure therapy in virtuo in spider phobia: A machine learning and external cross-validation approach. Journal of Anxiety Disorders, 83. https://doi.org/10.1016/J.JANXDIS.2021.102448 [IF: 5.26]

    Böhnlein, J., Leehr, E. J., Roesmann, K., Sappelt, T., Platte, O., Grotegerd, D., Sindermann, L., Repple, J., Opel, N., Meinert, S., Lemke, H., Borgers, T., Dohm, K., Enneking, V., Goltermann, J., Waltemate, L., Hülsmann, C., Thiel, K., Winter, N., … Dannlowski, U. (2021). Neural processing of emotional facial stimuli in specific phobia: An fMRI study. Depression and Anxiety, 38(8), 846–859. https://doi.org/10.1002/da.23191

     

    Das Projekt wurde gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 44541416-TRR 58 (CRC-TRR58).

  • Z02

    Projektbeschreibung

    Die Studie wurde im Rahmen des standortübergreifenden Sonderforschungsbereichs zu „Furcht, Angst und Angsterkrankungen“ (SFB/Transregio 58) durchgeführt. Bislang ist bekannt, dass neben Umwelteinflüssen wie z.B. belastenden Lebensereignissen auch genetische (erbliche) Faktoren und biochemische Prozesse der Erbsubstanz eine Rolle bei der Entstehung von Angsterkrankungen spielen. Die biochemischen Prozesse sind epigenetische Mechanismen, welche veränderlich sind und auf Umwelteinflüsse reagieren können. Zudem kann Furcht erlernt werden, indem sich Erfahrungen von Furcht oder Angst in bestimmten Situationen „generalisieren“, das heißt, sich auf andere Situationen ausweiten. Ziel der Z02- Studie war es, das Zusammenspiel von (epi-)genetischen Faktoren, Umwelteinflüssen und Persönlichkeitsmerkmalen zu untersuchen.

    Was genau wurde in der Studie gemacht?

    In die Studie wurden lediglich Personen ohne psychische Erkrankungen eingeschlossen.

    Klinisches Interview: Mittels eines standardisierten klinischen Interviews wurde sichergestellt, dass alle Proband:innen frei von jeglichen psychischen Problemen aktuell und in der Vergangenheit sind. 

    Bioproben: Allen Teilnehmenden wurde eine Blutprobe entnommen, welche zu weiteren genetischen Untersuchungen zunächst eingefroren und an unsere Kooperationspartner versendet wurde. Alle Teilnehmenden füllten Fragebögen aus, um unter anderem Nervosität, Ängstlichkeit und weitere Persönlichkeitsmerkmale zu erfassen. 

    Was sind unsere Ergebnisse?

    Mithilfe von Daten aus diesem Projekt konnten neue Erkenntnisse über das Zusammenspiel von genetischen Voraussetzungen, Umwelteinflüssen und Coping-Stilen (also dem Umgang mit adversen Lebensereignissen) gewonnen werden. Außerdem flossen die Daten in Projekte ein, die entsprechende Zusammenhänge bei psychischen Erkrankungen wie der Panikstörung untersucht haben.

    Publikationen mit Daten des Projektes:

    Schiele, M. A., Herzog, K., Kollert, L., Böhnlein, J., Repple, J., Rosenkranz, K., Leehr, E. J., Ziegler, C., Lueken, U., Dannlowski, U., Pauli, P., Arolt, V., Zwanzger, P., Deckert, J., Erfurth, A., & Domschke, K. (2020). Affective temperaments (TEMPS-A) in panic disorder and healthy probands: Genetic modulationby 5-HTT variation. World Journal of Biological Psychiatry, 21(10). doi.org/10.1080/15622975.2019.1705999

    Schiele, M. A., Herzog, K., Kollert, L., Schartner, C., Leehr, E. J., Böhnlein, J., Repple, J., Rosenkranz, K., Lonsdorf, T. B., Dannlowski, U., & others. (2020). Extending the vulnerability--stress model of mental disorders: three-dimensional NPSR1 x environment x coping interaction study in anxiety. The British Journal of Psychiatry, 217(5), 645–650.

     

    Das Projekt wurde gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 44541416-TRR 58 (CRC-TRR58).

  • TIP

    Projektbeschreibung

    Was genau wurde in der Studie gemacht?

    In die Studie wurden Proband:innen ohne psychische Erkrankungen sowie Patient:innen mit einer Depression und/oder eine Sozialen Angststörung eingeschlossen.

    Phänotypisierung: Mittels eines standardisierten klinischen Interviews wurde das Vorliegen einer psychischen Erkrankung überprüft. Es wurden eine Reihe an Fragebögen zu Sozialer Angst und Emotionsregulation erhoben. Außerdem haben wir von allen Proband:innen eine Blutprobe für (epi‑)genetische Analysen entnommen. 

    Magnetenzephalographie Messung (MRT): Allen Teilnehmenden nahmen an einer MRT-Messung teil. Dabei wurden strukturelle Bilder des Gehirns gemacht. Außerdem haben wir mittels funktionellem MRT die neuronalen Aktivierungsmuster während der Emotionsverarbeitung und während einer Ruhemessung erhoben.

    Vorläufige Ergebnisse: Unipolare Depressionen, sowie Angststörungen (darunter auch die Soziale Phobie) zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und treten oft komorbid auf. Beide Diagnosegruppen sind charakterisiert durch intensive negative Emotionen. Ziel der Studie war es, die (neurobiologischen) Grundlagen der Emotionsverarbeitung bei Menschen mit Depression (MDD), Menschen mit sozialer Phobie (SAD), Menschen mit sozialer Phobie und Depression (SAD+MDD) und Menschen ohne Angsterkrankungen zu untersuchen. Insbesondere die Gruppe der Patient:innen, die sowohl an einer MDD als auch an einer SAD leiden, scheinen hinsichtlich ihrer Emotionsregulationsfertigkeiten beeinträchtigt. Eine Zusammenfassung bisheriger Magnetresonanztomographie-Studien gibt Hinweise für transdiagnostische (MDD und Angststörungen) neuronale Korrelate einer beeinträchtigten Emotionsverarbeitung in frontalen und limbischen Arealen, während für störungsspezifische neuronale Korrelate lediglich inkonsistente Befunde bestehen.

    Publikationen mit Daten des Projektes:

    Sindermann, L., Redlich, R., Opel, N., Böhnlein, J., Dannlowski, U., & Leehr, E. J. (in press). Systematic Transdiagnostic Review of Magnetic-Resonance Imaging Results: Depression, Anxiety Disorders and their Co-occurrence. Journal of Psychiatric Research.

     

    Das Projekt wurde gefördert durch das Programm "Innovative Medizinische Forschung" (IMF) (LE121703).