"Und jetzt nach Lambarene". Öffentliches Forschungskolloquium mit Dr. Sascha Topp (Gießen) zu Hermann Mai

Öffentliches Forschungskolloquium mit Dr. Sacha Topp (Institut für Geschichte der Medizin, Universität Gießen)

„Und jetzt nach Lambarene“ Der Pädiater Hermann Mai: Vexierbild einer deutschen Arztbiographie im 20. Jahrhundert

Hermann Mai war von 1950 bis 1970 Direktor der Universitätskinderklinik in Münster. 1902 geboren, 2001 gestorben, erstreckt sich sein Leben und Wirken über das gesamte 20. Jahrhundert. Es nahm in vier politischen Ordnungen (Kaiserreich, Weimarer Republik, Nationalsozialismus und Bundesrepublik) zahlreiche Wendungen: Mai war Gelehrter, Forscher und Freund von Albert Schweitzer, Klinikchef und Musiker, Eugeniker, Mitglied der SS, Opportunist, Wiedergutmacher, Spital-Retter, Vorbild und Namensgeber. Aus der Perspektive des Historikers lädt seine Biographie dazu ein, exemplarisch generationellen Prägungen und Sozialisationen nachzuspüren sowie individuelle Motive und Handlungsspielräume nachzuzeichnen. Hierbei sind neben Mais ärztlichem Engagement in Münster sowie in Schweitzers Spital in Gabun auch problematische Aspekte zu diskutieren, die das in der Öffentlichkeit tradierte Bild von Hermann Mai zumindest in Teilen in Frage stellen.

  • Zeit: Dienstag, 31. Mai 2016, 13:30 bis 15:00 Uhr (Vortrag mit Diskussion)
  • Ort: Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin, Von-Esmarch-Straße 62, 48149 Münster
  • Flyer zum Download

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