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Weltweite Erbgut-Studie zu Bluthochdruck: WWU-Forscher an Identifizierung unbekannter Risikofaktoren beteiligt

Prof. Eva Brand und Prof. Stefan-Martin Brand (Foto: tw)

Münster (mfm/tw) – Gesundheitsrisiko Hypertonie: Bei mehr als einer Milliarde Menschen weltweit ist der Blutdruck so hoch, dass sie medizinisch als Hypertoniker gelten. Schon eine geringe Erhöhung des Blutdrucks steigert das Risiko von Schlaganfällen, Herzinfarkten sowie Herz- und Nierenschwäche. Zwei Wissenschaftler der Universität Münster haben an einer weltweit angelegten genetischen Studie mitgewirkt, die neue erbliche Risikofaktoren aufzeigt: Dr. Dr. med. Eva Brand, Heisenberg-Professorin an der Klinik für Innere Medizin D des Uni-Klinikums Münster, und Professor Dr. Dr. med. Stefan-Martin Brand, Leiter des Departments für Molekulare Genetik kardiovaskulärer Erkrankungen, arbeiteten dabei mit Kollegen aus zahlreichen Forschungseinrichtungen  weltweit zusammen. Die Ergebnisse hat die britische Fachzeitschrift Nature nun veröffentlicht.
Im Erbgut von 200.000 Menschen europäischer Abstammung fahndeten die Forscher nach Abschnitten, die mit hohem Blutdruck (höher als 140/90 mmHg) verknüpft sind. In einer so genannten genom-weiten Assoziationsstudie wurden etwa 2,5 Millionen DNS-Abschnitte untersucht. Von 16 identifizierten genetischen Regionen waren sechs bereits in vorherigen Untersuchungen als blutdruckrelevant vermutet worden, zehn Regionen könnten neue Regulationswege aufzeigen. „In Deutschland hat mehr als die Hälfte der Erwachsenen einen erhöhten Blutdruck“, so Eva Brand. „Unsere Ergebnisse könnten neue Einblicke in genetische und biologische Festlegungen des Blutdrucks bringen und darüber hinaus neue präventive und therapeutische Ansätze für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ermöglichen.“
In der Gesamtstudie wurden mehrere Studienkohorten betrachtet. Die münsterschen Forscher übernahmen die Genotypisierung der FLEMENGHO-Kohorte (Flemish Study on Environment, Genes and Health Outcome) – sie determinierten für über 3100 Personen der Kohorte Erbgut-Varianten der untersuchten DNS-Abschnitte. Mit komplexen statistischen Methoden konnten auf Grundlage solcher Rohdaten Zusammenhänge bestimmter Erbgut-Regionen mit erhöhtem Bluthochdruck-Risiko identifiziert werden.

Link zum Nature-Artikel (verfügbar ab 12.09.2011)
http://dx.doi.org/10.1038/nature10405

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