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Über 10.000 Neugierige stürmen den Medizin-Campus: Erste „Lange Nacht“ der Universitätsmedizin Münster erhält „überwältigende Resonanz“

Die innere Domagkstraße avancierte sieben Stunden lang zur Fußgängerzone (Foto: FZ/R. Schirdewahn)

Sie waren die eigentlichen "Helden" der Langen Nacht: die 50 Guides und die vielen weiteren Sicherheitsleute, Techniker, Handwerker, Reinigungs- und Küchenkräfte im Hintergrund (Foto: FZ/R. Schirdewahn)

Dichtes Gedränge herrschte auf dem "Boulevard der Spitzenmedizin", den die Veranstalter in den Ebenen 03 bis 05 des Zentralklinikums aufgebaut hatten (Foto: FZ/R. Schirdewahn)

Dem "Patienten" geht es gut, dem Team auch - was will man mehr? (Foto: Christ)

"Wir sind Universitätsmedizin" - und dazu gehört auch eine Bäckerei (Foto: FZ/R. Schirdewahn)

Die "Simple Voices", ein Ensemble aus (überwiegend) Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Uni-Medizin, fanden ein begeistertes Publikum in der "Lounge" (Lehrgebäude) (Foto: Th. Hauss)

Münsters Leucht-Turm aus der Ferne - ein Foto, für das Erk Wibberg eigens einem Altersheim aufs Dach stieg (Foto: FZ/E. Wibberg)

Münster (mfm-ukm/tb) – Um Punkt 17.49 Uhr ist es soweit: Der Ernstfall tritt ein. Noch nicht einmal zwei Stunden läuft die „Lange Nacht der Universitätsmedizin Münster“, als die Eingänge der beiden UKM-Türme zum ersten Mal geschlossen werden müssen. Die je zwei Guides, die dort jeden Kommenden und jeden Gehenden mit einem Klick auf ihrem Handgerät zählen, melden: Die Besucherzahl läuft auf 2.100 zu – das ist der Deckel, den die Sicherheitsvorgaben für das Zentralklinikum setzen. Das haben die Organisatoren befürchtet, zugleich erhofft – aber vor allem vorbereitet: Binnen Sekunden macht die Security die Eingänge dicht und bittet darum, zunächst ein anderes Angebot zu besuchen. Eine Viertelstunde später sind die Türme wieder offen. Der Run auf das größte der insgesamt 20 geöffneten Gebäude belegt es: „Die Resonanz auf die Premiere der Langen Nacht war überwältigend“, wie Medizin-Dekan Prof. Mathias Herrmann resümiert.

Rund sechs Stunden boten das Universitätsklinikum Münster und die Medizinische Fakultät der Universität Münster unter dem Motto „Vielfalt entdecken und erleben“ gemeinsam ein Programm der Superlative. Das umfasste genau 172 Programmpunkte von Apotheke bis Zellbiologie. Mindestens 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren dafür im Einsatz – „und das ist eine mehr als vorsichtige Schätzung“, sagt der Ärztliche Direktor des UKM, Prof. Robert Nitsch, denn: „Erst am Veranstaltungstag wurde richtig sichtbar, dass eine Band eben vier Mitglieder hat, ein Gesangsensemble acht und ein Mitmach-Parcour auch mal 25 Betreuer“. Noch nicht eingerechnet in die Zahl der Akteure sind die 50 Guides und Sicherheitsleute, die für einen reibungslosen Ablauf sorgten – und die ebenfalls aus den eigenen Reihen gewonnen werden konnten. Ebenfalls außen vor ist die etwa 100 Köpfe zählende Schar von Handwerkern, Technikern, Reinigungskräften und Catering-Mitarbeitern, die die Lange Nacht mit Strom, Wasser, Essbarem und allen sonstigen Dingen versorgte, die eine Großveranstaltung eben braucht.

„Das Engagement war schier unglaublich“, freut sich der Kaufmännische Direktor der UKM, Dr. Christoph Hoppenheit, über seine mehr als 10.000 Köpfe zählende Belegschaft. „Wohl noch nie konnten sich unsere Einrichtungen über alle Berufsgrenzen hinweg derart als ein einziges großes Team präsentieren“, so der Verwaltungschef. Und noch etwas macht die Führungsriege der münsterschen Universitätsmedizin stolz: Der Regelbetrieb lief während der Langen Nacht ganz normal weiter. Trotz Tausenden Besuchern auf dem Medizin-Campus: Keine Operation wurde verschoben, kein Rettungswagen kam zu spät bei der Klinik an, die er ansteuern wollte. Kein Polizeieinsatz, kein einziges Vorkommnis, nicht einmal ein Anruf wegen Ruhestörung überschatteten das friedliche Bild der „Langen Nacht“.

Und wie viele Besucher hatte diese? Die Veranstalter schätzen die Zahl auf „über 10.000“, gestützt auf die Zählungen an den großen Gebäuden sowie auf Angaben der Guides an den Haupteingängen, aber auch auf die Zahl der verteilten Programmhefte. „Die 6.000 Druckexemplare gingen komplett weg – und die ‚Lange Nacht‘ ist sicher keine Veranstaltung, die man allein besucht“, rechnet Dekan Herrmann vor. Genaue Erhebungen seien aufgrund der Beschaffenheit des Medizin-Campus nicht möglich: „Auch wenn jede größere Zuwegung personell besetzt war: Hier ist ein ‚nicht eingefriedetes Gelände‘, wie das die Sicherheitsleute nennen“, erläutert Herrmann. Auffällig sei die Herkunft der Besucher: Einer der drei Gewinnspielgewinner beispielsweise stammt aus Emden, andere Programmpunkte meldeten Besucher aus Wilhelmshaven, Braunschweig und Wesel, die so, der O-Ton in einer Mitarbeitermail, „aufgrund des umfangreichen und interessanten Programms die Reise nach Münster angetreten haben“.

Aufgrund des immensen Zuspruchs war noch lange nicht Schluss, als die Lange Nacht offiziell schon beendet war: So war auf dem Dach des Ostturms um 23.00 Uhr noch eine Architektur-Führung für Alumni unterwegs und genoss die Aussicht auf den benachbarten Leucht-Turm. Und das Lange-Nacht-Team aus der Medizinischen Klinik D meldete sich von der After-Work-Party ab – mit nachvollziehbarer Begründung: „Wir haben bis 22:30 Uhr, als um uns herum schon alles abgebaut war, noch Cholesterin gemessen und haben vier Nachzügler auf einen anderen Tag bei uns vertröstet, weil wir danach das Meiste weggeräumt hatten und auch wirklich nicht mehr konnten. Ohne Pause haben wir zu dritt über 6,5 Stunden insgesamt 200 Leute untersucht und beraten, es war der Wahnsinn“.

Nach dem Erfolg der ersten „Langen Nacht“ denken die Führungskräfte des Universitätsklinikums Münster und der Medizinischen Fakultät nun über eine Wiederholung nach. „Wir werden uns alle Zahlen sowie alle Rückmeldungen aus dem Haus in Ruhe ansehen und im Oktober entscheiden“, kündigt Prof. Nitsch an.

Fotogalerie mit 172 Bildern der Langen Nacht

Video-Impression der Langen Nacht

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