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Das aktuelle "Paper of the Month" (07/2019) geht an: Dr. Mirjam Gerwing aus der AG Wildgruber (Klinische Radiologie)

Das Foto zeigt (v.l.n.r.) Prof. Wolfgang Berdel, Prof. Moritz Wildgruber (geteilter Letztautor), Dr. Mirjam Gerwing (Erstautorin), Dr. Dr. Michel Eisenblätter (geteilter Letztautor), Prof. Christoph Schliemann, Dr. Anne Helfen (Foto: privat)

Für den Monat Juli 2019 geht das "Paper of the Month" der Medizinischen Fakultät der WWU Münster an:

Dr. Mirjam Gerwing aus der AG Wildgruber (Institut für Klinische Radiologie) für die Publikation:

The beginning of the end for conventional RECIST - novel therapies require novel imaging approaches
BY: Gerwing, Mirjam; Herrmann, Ken; Helfen, Anne; et al.
NATURE REVIEWS CLINICAL ONCOLOGY    Volume: 16; Pages: 442-458; Published: JULY 2019

Begründung der Auswahl:

Mit den Fortschritten in der Erforschung der Entstehung und Progression von soliden Tumoren ging die Entwicklung einer Vielzahl neuartiger zielgerichteter Therapien einher, wobei die biomedizinische Bildgebung mit den neuen Behandlungsmethoden vielfach nicht Schritt gehalten hat. Bislang wurde sie lediglich zur Bestimmung der Läsionsgröße herangezogen. Erfolgreiche Reaktionen auf zielgerichtete Wirkstoffe wurden nicht erkannt und häufig sogar als Pseudoregressionen fehlinterpretiert. Trotz erfolgreicher Evaluierung neuer bildgebender Verfahren fanden diese aber bisher nur sporadisch Eingang in die klinische Praxis. In diesem Übersichtsartikel referieren die Autoren über aktuelle Neuentwicklungen bildgebender biomedizinischer Verfahren und liefern einen Ausblick auf vielversprechende zukünftige Innovationen.

 

Zu Hintergrund, Fragestellung und Bedeutung der Publikation:

Verbesserte Kenntnisse in der Tumorbiologie führen zu der Entwicklung neuer zielgerichteter Therapeutika. Die Selektion von geeigneten Patienten wird jedoch zunehmend schwieriger. Da historisch die Größe der Läsionen zur Therapieevaluation verwendet wurde, welche bei diesen Therapien oft nicht primär beeinflusst wird, werden Therapien unter Umständen voreilig beendet.

Es wurde die Problematik, dass das weitverbreitete RECIST eine inadäquate Methode ist, um das Therapieansprechen von zielgerichteten Therapeutika zu untersuchen, detailliert aufgearbeitet. Bei Verwendung der Tumorgröße als wegweisendes Kriterium bleibt die Tumorbiologie unberücksichtigt. Das ist problematisch, da es aufgrund einer Infiltration von Immunzellen, einer Ödembildung oder Hämorrhagie zu einer initialen Vergrößerung der Läsionen, dem sogenannten Pseudoprogress, kommen kann. Es gibt bereits zahlreiche Ansätze dieses Problem zu lösen, ein Großteil ist jedoch bislang nur in der präklinischen Forschung oder an einzelnen Probanden untersucht worden. Eine computergestützte Aufarbeitung der bereits aktuell in der Klinik akquirierten Bilder könnte daher die Lösung sein.

Die meisten Studien nutzen noch immer RECIST zur Evaluation des Therapieansprechens, was in Anbetracht der geschilderten Problematik erneut hinterfragt werden sollte. Klar ist jedoch, dass die Radiologie der klinischen Onkologie eine bessere Einschätzung des Therapieansprechens ermöglichen muss, wozu der Artikel hoffentlich künftig beiträgt.

 

Background and fundamental question of the publication:

Improvements in knowledge of cancer biology resulted in the development of numerous targeted therapies. However, patient selection is increasingly difficult. According to the established RECIST approach, tumor response is evaluated by measuring the tumor diameter- a feature, that frequently remains uninfluenced by novel therapies. Thus, therapies might be abandoned hastily.

The problem, that RECIST is insufficient to evaluate therapy response of targeted therapies, has been worked up in detail. RECIST is problematic, because tumor diameter can initially increase under these therapies, due to infiltration of immune cells, edema oder haemorrhage. Quite a few imaging approaches have been developed in the preclinical, but also clinical setting. However, most are quite far from establishement in clinical routine, so the best solution might be to use a computer-based analysis of the images we already acquire today.

As most studies with targeted therapies still use RECIST, this matter should be reevaluated in view of the problems illustrated. Radiology has to provide oncologists with a more detailed evaluation of therapy hopefully inspired by this article.

 

Die bisherigen ausgezeichneten "Papers of the Month" finden Sie HIER.

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