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Online-Lehre, Forschung und Studenten-Engagement im Fokus: NRW-Wissenschaftsministerin lobt WWU für Umgang mit der Corona-Krise

WWU-Rektor Prof. Johannes Wessels (l.) und Medizin-Dekan Prof. Frank Ulrich Müller informierten die NRW-Wissensschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen über die Online-Lehre an der WWU Münster (Foto: WWU/R. Schirdewahn)

Abstand halten - das galt auch bei diesem Termin. Dieses fand - mit vielen Live-Schaltungen in laufende Lehrveranstaltungen - statt im PAN-Zentrum der Medizinischen Fakultät (Foto: WWU / R. Schirdewahn)

Münster (upm) - Bei einem Besuch an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) hat die nordrhein-westfälische Ministerin für Kultur und Wissenschaft, Isabel Pfeiffer-Poensgen, die WWU für ihren "besonnenen und erfolgreichen Umgang mit den Herausforderungen der Corona-Krise" gelobt. Trotz des erstmaligen Online-Semesters verlaufe der Betrieb an der Hochschule "klar und ruhig" – die WWU profitiere jetzt davon, dass sie bereits vor dem Ausbruch der Pandemie zahlreiche digitale Lehrformate im Angebot hatte. Die Ministerin zeigte sich zudem "sehr beeindruckt" vom Engagement vieler Medizin-Studierender, die sich freiwillig im Kampf gegen die Seuche engagieren.

WWU-Rektor Prof. Johannes Wessels plädierte dafür, das laufende Sommersemester trotz der aktuellen Debatte über weitere Lockerungen durchgehend digital anzubieten – von wenigen Ausnahmen wie beispielsweise sportpraktischen, musikalischen oder Zahnmedizin-Kursen abgesehen. "Wir sollten jetzt weder die Dozenten noch die Studierenden dafür bestrafen, dass sie sich sehr aufwändig auf dieses spezielle Semester vorbereitet haben, das zudem erfolgreich angelaufen ist", betonte er. Isabel Pfeiffer-Poensgen unterstützt dieses Anliegen. "Wir werden nicht im laufenden Semester die Pferde wechseln", sagte sie.

Zuvor hatte der Leiter des Instituts für Molekulare Virologie an der WWU, Prof. Stephan Ludwig, einen Einblick in die aktuelle Forschung und die Suche nach Therapien beziehungsweise Medikamenten gegen den Corona-Erreger geboten. Er warnte vor überzogenen Erwartungen bei der Entwicklung eines Impfstoffs – die Suche nach einem erfolgreichen Medikament werde noch einige Monate dauern.

Der Leiter des Instituts für Epidemiologie und Sozialmedizin, Prof. Klaus Berger, stellte dar, wie die seit 2014 laufende, größte deutsche Gesundheitsstudie ("NaKo") genutzt werden kann, um mögliche psychosoziale Folgen der Corona-Pandemie zu erforschen. Ziel des NaKo-Projekts ist es, mit Hilfe einer über 20 Jahre laufenden Befragung von 200.000 zufällig ausgewählten Bürgern in bundesweit 18 Studienzentren (darunter Münster) die Entstehung von Krankheiten wie Krebs, Diabetes, Herzinfarkt und anderen besser zu verstehen, um Vorbeugung, Früherkennung und Behandlung zu verbessern. Da auch Lungenkrankheiten, zu denen Corona zählt, und epidemiologische Erkrankungen im Fokus der Untersuchung stehen, haben die 10.000 NaKo-Teilnehmer aus Münster jetzt einen entsprechenden Fragebogen erhalten.

Der ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Münster (UKM), Prof. Hugo Van Aken, hob hervor, dass sich das deutsche Gesundheitswesen im Allgemeinen und das UKM im Speziellen in der aktuellen Krise als äußerst leistungsstark erwiesen habe – allerdings habe dies zu erheblichen finanziellen Belastungen geführt.

Wie organisiert die WWU konkret die Online-Lehre und die Prüfungen? Während Prorektorin Prof. Regina Jucks einen Überblick über die verschiedenen Angebote wie Learnweb, Zoom und Open-Cast-Studio bot, demonstrierten Professoren um Studiendekan Bernhard Marschall und Studierende der Medizinischen Fakultät die Chancen und Potenziale medizinischer Online-Lehre und der Telemedizin. Darüber hinaus stellten sie das "MediCoVid"-Programm vor, bei dem sich mehrere hundert Studierende im Anschluss an eine Schulung in den WWU-Lehrkrankenhäusern der Region bei der Versorgung von Corona-Patienten engagieren.

 

Video: Dankesworte von Ministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen an die Medizinstudenten der Unversität Münster für deren freiwilliges Engagement in der Corona-Krise (Produktion: A. Tanner)

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