News

Medizinerausbildung im Fokus: „Uni goes public“ lädt ein zur Diskussion mit Berufspolitik und Ausbildern

Einer der Diskutanten bei „Uni goes public“: Prof. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (Foto: BÄK)

Münster (mfm/tb) – Gibt es in Deutschland einen Ärztemangel? Und wenn ja: Liegt dessen Ursache dann auch in einer Auswahl der „falschen“ Bewerber für das Medizinstudium? Fragen, über die auch jenseits der Fachwelt viel diskutiert wird - schließlich sitzt irgendwann jede und jeder einmal in einer Sprechstunde. Gesprochen wird dabei meist über die Hochschulen, nicht aber mit ihnen. Eine Veranstaltung am Samstag (16.11.) soll das ändern: Mit „Uni goes public“ lädt die Medizinische Fakultät der Universität Münster zusammen mit der Landesakademie für Medizinische Ausbildung in NRW zu einer öffentlichen Debatte ein. Mit dabei sind hochkarätige Gäste, so der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Frank Ulrich Montgomery.
Im Fokus stehen drei Themen: neben dem Auswahlverfahren für Studieninteressenten auch das Spannungsfeld zwischen Theorie und Praxis in der medizinischen Ausbildung, zudem die Frage, ob die einst von Humboldt geforderte Einheit von Forschung und Lehre an den Universitäten heute noch realisierbar ist. Passend zu diesen Themenblöcken konnten die Veranstalter namhafte Referenten gewinnen: So forderte Prof. Montgomery erst kürzlich neue Auswahlverfahren – und erntete dafür Kritik bei den Medizinstudenten.
Dipl.-Med. Regina Feldmann ist Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und bekannt für ihr Engagement zugunsten der Allgemeinmedizin. Sie plädiert für einen Einfluss auf die akademische Hochschullehre. Mit Prof. Eckhart G. Hahn steht ein ehemaliger Dekan der Universität Oldenburg am Rednerpult. Diese Hochschule ist ein Beispiel für die Neugründung einer Medizinischen Fakultät in Kooperation mit einer ausländischen Universität (Groningen/NL). Komplettiert wird die Referentenrunde durch Prof. Reinhard Putz, der dem Universitätsrat der Medizinischen Universität Innsbruck vorsteht und in Fachkreisen den Ruf eines Vordenkers der medizinischen Ausbildung hat. Mit dieser Zusammensetzung sind kontroverse Diskussionen programmiert – „in die das Auditorium einbezogen werden wird“, wie Dr. Bernhard Marschall, Studiendekan der Medizinischen Fakultät Münster, ankündigt.
Nähere Informationen zum Programm sind zu finden auf der Internetseite der Veranstaltung: http://www.lama.uni-muenster.de. Die Diskussion ist Teil des „1. Tages der Lehre NRW“, den die Landesakademie für Medizinische Ausbildung NRW (LAMA) und die Medizinische Fakultät Münster gemeinsam ausrichten. Als Zusammenschluss der acht in der Medizinerausbildung tätigen Universitäten in Nordrhein-Westfalen ist die LAMA eine Plattform für den fachlichen Austausch und setzt sich für die Optimierung der Lehre ein.

Folgendes könnte Sie auch interessieren: