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NAKO-Gesundheitsstudie geht in die zweite Runde – auch in Münster: Finanzierung bis 2023 gesichert

Das Team der münsterschen NAKO-Studienzentrale (Foto: FZ/Tronquet)

Heidelberg/Münster - Die NAKO-Gesundheitsstudie wird für weitere fünf Jahre finanziert. Laut einer Bund-Länder-Vereinbarung wird das Mammutprojekt für einen zehnjährigen Zeitraum bis zum 30. April 2023 mit bis zu 256 Mio. Euro gefördert. Davon tragen zwei Drittel (171 Mio. Euro) Bund und Länder und die restlichen 85 Mio. Euro die an der NAKO-Studie beteiligten Helmholtz-Zentren. Darüber hinaus beteiligen sich die mitwirkenden universitären und außeruniversitären Einrichtungen mit einem Eigenanteil. Mit der Finanzierungsvereinbarung ist auch die Arbeit der münsterschen NAKO-Studienzentrale, bei der bisher knapp 7.600 Probanden das Untersuchungsprogramm durchlaufen haben, für die kommenden Jahre gesichert.

„Die Förderung dieses Forschungsvorhabens bedeutet einen großen Input der interdisziplinären, multizentrischen Forschung in Deutschland. Dadurch wird eine einmalige Forschungsressource für die biomedizinische Forschung aufgebaut“, kommentiert Prof. Klaus Berger, Vorstandsvorsitzender der NAKO-Gesundheitsstudie, die Entscheidung. „Die Studie hat sich auch durch den Einsatz detaillierter und innovativer Untersuchungsverfahren im nationalen und internationalen Kontext profiliert und etabliert. Mit großem Interesse verfolgt die Wissenschaftscommunity unser Projekt“, so Berger, der im Hauptberuf das Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin der Universität Münster leitet.

Ein Alleinstellungsmerkmal der großen, bevölkerungsbezogenen Langzeitstudie stellt das Bildgebungsverfahren Magnetresonanztomographie (MRT) dar. Allein in der Basisuntersuchung ist von 30.000 Probanden eine MRT-Ganzkörperuntersuchung und bei 18.000 von ihnen ein weiteres MRT in der Folgeuntersuchung vorgesehen. „Die Zweituntersuchung gibt uns die einmalige Möglichkeit, den Verlauf von MRT-basierten Parametern und Biomarkern über einen längeren Zeitraum zu analysieren und zu verstehen“, freut sich Prof. Fabian Bamberg von der Uni Tübingen.

Gerade das umfassende MRT-Untersuchungsprogramm über verschiedene Körperbereiche leiste einen wesentlichen Beitrag, um die Entstehung verschiedenster Erkrankungen im Bild  besser zu verstehen und frühzeitiger zu erkennen. Die wiederholte MRT-Untersuchung im NAKO-Untersuchungsprogramm bedeute auch einen wissenschaftlichen Vorteil gegenüber anderen europäischen und US-amerikanischen Vorhaben: „Es lässt sich absehen, dass Kohortenstudien, die derartige Daten zur Verfügung stellen, insbesondere im Zeitalter der OMICS‐Forschung – einschließlich der Entwicklung von Radiomics und artifizieller Intelligenz – wesentlich zur Entwicklung der personalisierten Medizin beitragen werden“, so Bamberg, der im „Use- and Access-Komitee“ der NAKO über die Daten- und Probennutzung mitentscheidet.

In den kommenden fünf Jahren wollen die NAKO-Akteure zum einen die der Studie zugrundeliegende Datensammlung abschließen. Zum anderen werden die Forscher erste Zwischenergebnisse präsentieren. In Münster hat eines der bundesweit 18 Studienzentren seinen Sitz; dieses soll Daten und Proben von insgesamt 10.000 lokalen Probanden zu dem Vorhaben beisteuern.

Hintergrund NAKO-Gesundheitsstudie:

Seit 2014 werden in der NAKO-Gesundheitsstudie Männer und Frauen zwischen 20 und 69 Jahren medizinisch untersucht und nach ihren Lebensumständen befragt. Die Auswahl der Probanden erfolgt nach dem Zufallsprinzip und anhand der örtlichen Melderegister. Ziel der NAKO ist es, chronische Erkrankungen, wie zum Beispiel Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rheuma, Infektionen und Depression genauer zu erforschen, um Prävention, Früherkennung und Behandlung dieser in der Bevölkerung weit verbreiteten Krankheiten zu verbessern.

Das multizentrische Projekt wird vom Bundesforschungsministerium, den beteiligten Bundesländern und der Helmholtz-Gemeinschaft gefördert. Bis Ende April 2018 haben über 160.000 Personen (davon über 22.000 an der zusätzlichen einstündigen MRT-Ganzkörperuntersuchung) an der NAKO-Studie teilgenommen. Weitere Informationen unter www.nako.de.

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