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Fortschritte bei Autoimmunerkrankungen: WWU-Entzündungsforscher bekommt Avrion-Mitchison-Preis

Rafael Leite Dantas im Labor (Foto: privat)

Münster (mfm/ps) - Wenn das Greifen nach einer Kaffeetasse oder das Aufstehen von einem Stuhl zur Tortur wird, ist häufig eine Entzündung in den Gelenken, eine Arthritis, der Grund. Für seine Arbeiten zu einer speziellen Form dieser Erkrankung wurde jetzt der am Institut für Molekulare Virologie der Universität Münster (WWU) forschende Naturwissenschaftler Rafael Leite Dantas ausgezeichnet. Er untersuchte in seiner Doktorarbeit die Psoriasis-Arthritis, eine Form, die bei Patienten mit Schuppenflechte auftritt, und erhielt dafür den mit 2.500 Euro dotierten Avrion-Mitchison-Preis der Schering-Stiftung.

In Deutschland leiden etwa zwei Millionen Menschen an Schuppenflechte, einer Autoimmunerkrankung, die nicht nur mit Hautausschlag, sondern oft auch mit einer Gelenkentzündung einhergeht. Dabei wenden sich die weißen Blutkörperchen (Leukozyten), die für die Abwehr von Krankheitserregern verantwortlich sind, gegen die körpereigenen Zellen und verursachen so schmerzhafte Entzündungen. An dieser Reaktion des Immunsystems sind verschiedene Botenstoffe beteiligt, die bewirken, dass entzündungsfördernde oder –hemmende Enzyme gebildet werden. Die Rolle eines dieser Proteine beim Verlauf der Psoriasis-Arthritis untersuchte Rafael Leite Dantas, dessen Institut zum Zentrum für Molekularbiologie der Entzündung gehört.

In seiner Studie fand er heraus, dass bei einem Mangel des „Four and a half LIM domains protein 2“ (kurz: Fhl2) die Entzündung wesentlich schwerer ausfällt als bei einem normalen Fhl2-Spiegel. Dieses Protein dämmt nämlich die Entzündung ein, indem es die Ausschüttung entzündungsfördernder Botenstoffe verhindert und so die Wundheilung beschleunigt. „Wir wissen nun, dass wir mit dem Protein Fhl2 Krankheiten wie der durch Schuppenflechte bedingten Arthritis, aber auch anderen chronischen Autoimmunerkrankungen entgegenwirken können“, fasst der brasilianische Gastwissenschaftler den Nutzen seiner Arbeit für die Therapie zusammen.

Der Avrion-Mitchison-Preis, benannt nach dem ersten Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums, wurde von der Schering-Stiftung ins Leben gerufen und wird jährlich in Berlin von dem Zentrum für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der chronischen Entzündungen vergeben.