Forschungsschwerpunkt "Neurale Systeme"

Sprecher: Univ.-Prof. Dr. H. Wiendl
Stellvertreter: Univ.-Prof. Dr. Dr. Udo Dannlowski

Der Forschungsschwerpunkt Neurale Systeme stellt eine hochgradig vernetzte und inhaltlich fokussierte Struktur dar, mit dem die Bereiche molekulare und systemische Neurowissenschaften inhaltlich verknüpft, am Standort eng miteinander verbunden und durch translationale Verbundprojekte kooperativ umgesetzt werden. Die Forschungsaktivität der molekular orientierten Arbeitsgruppen richtet sich überwiegend auf die Funktionen von Synapsen, Ionenkanälen und Signalmolekülen bis hin zu Erkrankungsmechanismen in Tiermodellen und humanem Biomaterial. Die systemneurowissenschaftlich arbeitenden Gruppen befassen sich primär mit der Analyse von Gehirnstrukturen und –funktionen, z.B. in groß angelegten (Patienten-)Kohorten. Dies beinhaltet die tiefe, klinische Phänotypisierung, wobei bildgebende Verfahren die wesentliche methodische Basis bilden. Die Integration der beiden Bereiche über die Brücke des Inflammationsprozesses stellt den originären, standortspezifischen Ansatz dar. Durch die zahlreichen klinisch translational ausgerichteten Verbundprojekte und die exzellente Vernetzung der Arbeitsgruppen innerhalb dieser Projekte wird zukunftsorientierte Forschung auf höchstem wissenschaftlichem Niveau ermöglicht, das erklärte strategische Ziel der humanen klinischen Translation am Standort gefördert und dem Standort Münster nationale sowie internationale Strahlkraft verliehen. Von elementarer Relevanz für die zukünftige Entwicklung des Schwerpunktes ist der aktuell nach § 91b GG beantragte Forschungsbau Body and Brain Institute Münster (BBIM), in dem sich auf Basis einer gemeinsamen Forschungsprogrammatik verschiedene Fachbereiche thematisch kohärent baulich zusammenführen. Die Forschungsprogrammatik rückt die „Body-Immune-Brain“ Interaktion in den Forschungsfokus und soll den Schwerpunkt Neurale Systeme zukünftig maßgeblich gestalten und vorantreiben. Beide Bereiche arbeiten paradigmatisch in den zwei mit Sprecherfunktion in Münster angesiedelten überaus erfolgreichen Transregio-Sonderforschungsbereichen (SFB-TRR 58; 2008-2020; Sprecher: Prof. Dr. H.C. Pape), SFB-TRR 128 (2012-2020, geplant bis 2024; Sprecher: Prof. Dr. H. Wiendl) sowie in weiteren Verbundprojekten (DFG-Forschergruppe 2107, Co-Sprecher Prof. Dr. U. Dannlowski). Hierbei beschäftigt sich der TRR 58 mit Mechanismen der Entstehung von Furcht und Angsterkrankungen von molekularer bis systemphysiologischer Ebene in murinen Modellsystemen und Patienten während die Forschergruppe 2107 Affektive Störungen näher charakterisiert. Im TRR 128 werden neuroinflammatorische Erkrankungen wie die Multiple Sklerose ebenfalls von zellulären Mechanismen bis hin zu Proof-of-Concept Studien im Menschen untersucht, was den hohen translationalen Charakter aller Verbundforschungsförderungen im Forschungsschwerpunkt Neurale Systeme belegt.