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Studie zu Lebensqualität und Gesundheit nach Brustkrebs

Brustkrebs ist deutschlandweit die häufigste bösartige Neuerkrankung. Bei steigenden Überlebensraten rückt zunehmend die Frage der Lebensqualität nach einer Brustkrebserkrankung in den Mittelpunkt. Aktuelle Studien zur Lebensqualität bei Frauen nach einer Brustkrebserkrankung zeigen, dass sowohl der zeitlichen Abstand zur Diagnose als auch Intensität und Umfang der Therapie wichtige Einflussfaktoren für das Ausmaß der Lebensqualität sind. Das Alter der Patientin und die soziale Lage scheinen dabei als wichtige Kofaktoren ebenfalls eine Rolle zu spielen.

Das im Jahr 2005 eingeführte Mammographie-Screening-Programm (MSP) ist das erste systematisch organisierte und qualitätsgesicherte Krebsfrüherkennungsprogramm in Deutschland. Durch die Screening-Mammographie wird Brustkrebs früher entdeckt (diese so genannte Lead Time wird auf etwa 3 bis 5 Jahre geschätzt). In frühen Stadien ist Brustkrebs häufig schonender zu behandeln als in einem späteren Stadium. Andererseits wird einer von vier Brustkrebsfällen erst im 2-Jahres-Intervall nach einer unauffälligen Screening Mammographie entdeckt: diese so genannten Intervall-Karzinome sind im Allgemeinen weiter fortgeschritten und haben prognostisch ungünstigere Charakteristika. Bei Frauen, die nicht am MSP teilnehmen, wird ein Brustkrebs ebenfalls häufig erst später entdeckt, vor allem wenn es erste Symptome der Erkrankung gibt; allerdings nimmt ein unbekannt hoher Prozentsatz dieser Frauen auch an dem so genannten opportunistischen oder ‚grauen‘ Screening teil, das keiner strukturierten Qualitätssicherung unterliegt.

Ziel dieser Studie ist es, festzustellen, ob sich zwischen Patientinnen, deren Diagnose innerhalb des MSP gestellt wurde, und Frauen, die am MSP teilnahmen aber ein Intervallkarzinom entwickelten sowie unter Frauen mit Brustkrebs, die nicht am MSP teilnahmen, mittel- bzw. langfristige Unterschiede im Hinblick auf die Lebensqualität ergeben. Untersucht werden die Art der Primärtherapie, Art und Dauer der Nachbehandlung, Nebenwirkungen und Komplikationen der Therapie in ihrem Einfluss auf die Lebensqualität, die Stimmungslage sowie den allgemeinen Gesundheitszustand.

Projektübersicht

Ansprechpartner: Birte Claes
Projektkoordination: Hans-Werner Hense, Joke Tio (Brustzentrum UKM), Barbara Krause-Bergmann (St. Franziskus-Hospital), Oliver Heidinger (EKR NRW)
Projektförderung: Pilotprojekt aus Eigenmitteln
Kooperationen: Comprehensive Cancer Center Münster (CCCM), UKM Brustzentrum, Landeskrebsregister NRW
Stand: Pilotphase 01.05.2015 – 31.12.2015