Genetik@DGS

Genetische Analysen der Dortmunder Gesundheitsstudie

Die Dortmunder Gesundheitsstudie ist eine bevölkerungsbasierte Studie zur Erhebung der Prävalenz und Inzidenz verschiedener Kopfschmerzarten sowie anderer chronischer Erkrankungen unter besonderer Berücksichtigung sozialer Faktoren. Sie beruht auf einer Zufallsstichprobe der Dortmunder Bevölkerung zwischen 25 und 74 Jahren. Von Oktober 2003 bis Juli 2004 erfolgte eine erste Datenerhebung, die 2006 durch eine schriftliche Nacherhebung aller Studienteilnehmer per Fragebogen ergänzt wurde (Berger, 2012).

Von 1055 Studienteilnehmern liegen genetische Informationen zu rund 2,4 Millionen „single nucleotide polymorphisms“ (SNPs) vor. Damit beteiligt sich das Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin an verschiedenen Studien des Social Science Genetic Association Consortium (SSGAC). Diese Arbeitsgruppe koordiniert genetische Assoziationsstudien bei einer möglichst großen Anzahl unabhängiger empirischer Studien. Dabei führen die Verantwortlichen der einzelnen Studien „genome wide association studies“ (GWAS) nach einem einheitlichen Protokoll durch und übermitteln deren Ergebnisse (nicht die Originaldaten) an die SSGAC, die damit eine Meta-Analyse durchführt.

Eine erste derartige Studie wurde bereits publiziert (Rietveld et al., 2013). Sie hat drei SNPs entdeckt, die möglicherweise einen bescheidenen Beitrag zum Bildungserfolg der Probanden liefern. Diese Fragestellung wird zurzeit mit verfeinerten Methoden weiter vertieft. Außerdem ist das Institut mit der Dortmunder Gesundheitsstudie an weiteren derartigen Studien zum subjektiven Wohlbefinden, zu Depression und zu Familienplanung und Kinderwunsch beteiligt.

Projektübersicht

Ansprechpartner: Jürgen Wellmann
Projektkoordination: Klaus Berger, Jürgen Wellmann
Projektförderung: Eigenmittel
Kooperationen: Helmholtz Zentrum München, Institut für Humangenetik
Stand: eine Studie publiziert, vier weitere Studien in Arbeit
Link: FAQ zu Rietveld et al., 2013