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Wie fit sind Fußballprofis nach dem letzten Schlusspfiff? Weltmeisterin Annike Krahn ließ sich für das NAKO-SoccHealth-Projekt checken

Prominenter Besuch im NAKO-Studienzentrum Münster: Ex-Fußballnationalspielerin, Weltmeisterin und Olympiasiegerin Annike Krahn macht als Probandin bei der SoccHealth-Studie mit (Foto: WWU/P. Leßmann)

Annike Krahn bei den zahlreichen Tests für SoccHealth (hier: Geruchsempfinden ...

... und Lungenfunktion; Fotos: WWU/P. Leßmann)

Münster (mfm/sw) – Alles in Maßen, nichts in Massen – auch Sport kann im Übermaß die Gesundheit gefährden. Inwiefern Leistungssport bleibende Folgen für die hat, die ihn ausüben, möchte Klaus Berger herausfinden: Im örtlichen Studienzentrum der NAKO-Gesundheitsstudie lässt der Medizinprofessor der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster den gesundheitlichen Status von Ex-Fußballprofis untersuchen. Das „SoccHealth“-Projekt, ein Zusatzprojekt der größten deutschen Gesundheitsstudie NAKO ging Anfang des Jahres an den Start – und hat bereits das erste Etappenziel erreicht: 170 von 500 Probanden sind geschafft. Zu diesem ersten Drittel gehört niemand Geringeres als Annike Krahn – die Olympiasiegerin und mehrfache Weltmeisterin begab sich für „SoccHealth“ von ihrem Wohnort im Ruhrgebiet nach Münster.

Sport hält fit – das wird niemand bestreiten. Allerdings: Geflickte Achillessehnen oder andere Schäden gehören längst zum Berufsalltag von Fußball-Profis. Auch Annike Krahn kann ein Lied davon singen: „Leider habe ich auch mit Folgeschäden meiner langjährigen Karriere zu kämpfen - Knie- und Rückenbeschwerden gehören auch zu den Nachwirkungen“. Die Spitzensportlerin spielte – als feste Größe in der Abwehr - bis 2016 in der deutschen Nationalmannschaft, absolvierte mit dieser 137 Länderpartien und wurde Welt- sowie Europameisterin. Für ihre Erfolge – darunter auch der Olympiasieg 2016 - erhielt sie den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalens. Mit welchen langfristigen Folgen Leistungssport a la Krahn einhergeht, soll SoccHealth zeigen: Die Studie untersucht, ob die Profikarrieren im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung unter dem Strich eher gesundheitliche Vorteile oder aber erhöhte Risiken bringen.

Eine „Zeit nach dem Fußball“ gibt es für die 36-Jährige bislang nicht: Zwar spielt sie nicht mehr aktiv, ist aber nach wie vor tief im Sport verwurzelt - seit Anfang des Jahres arbeitet die gebürtige Bochumerin als Teammanagerin für die deutsche U16-Juniorinnen-Nationalmannschaft. Die studierte Sport-Managerin übernimmt dort alles, was rund um das Training anfällt: „Von der Organisation der Unterkunft, über Absprachen mit anderen Nationen für Länderspiele über Einladungen und Betreuungen – das Aufgabenfeld ist breit“, erklärt Krahn.

Ganz besonders interessiert ist sie an den Ergebnissen der MRT-Studie, die in einer zweiten Untersuchung anstehen: „Mal schauen, wie es dort so aussieht". In der SoccHealth-Studie müssen die Sportlerinnen und Sportler die gleichen Befragungen und Untersuchungen durchlaufen wie die „normalen“ Teilnehmer der NAKO. Nach Krahn standen bereits drei weitere Fußballprofis auf der Terminliste des münsterschen NAKO-Studienzentrale: Auch die ehemaligen Bundesliga-Spieler Dirk Eitzert, Ronald Maul und Peter-Bernd Krobbach kamen in die Räume am Pottkamp, um sich dort gründlich „durchleuchten“ zu lassen.

Neben Münster stehen Ex-Profis deutschlandweit 17 weitere NAKO-Standorte zur Verfügung, um an SoccHealth teilzunehmen. Durch die Einbettung des Projektes in die bundesweit größte Langzeitstudie in Sachen Gesundheit können die Ergebnisse der 500 Fußballprofis mit den Datensätzen der über 205.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der NAKO verglichen werden – allein in Münster wurden über 10.000 Bürgerinnen und Bürger befragt und untersucht.  An SoccHealth beteiligen sich der Deutsche Fußball-Bund, die Deutsche Fußball-Liga und die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft; die wissenschaftliche Leitung obliegt Prof. Klaus Berger von der WWU Münster sowie Prof. Tim Meyer von der Universität des Saarlandes. Liegen die Ergebnisse vor, sollen sie in die sportmedizinische Betreuung im Profisport sowie in Präventionskonzepte im Breitensport einfließen – so helfen die Ex-Profis mit ihrer Teilnahme letztlich auch den vielen Freizeitkickern.      Stella Willmann

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