Nachrichten aus dem Institut

Die Westfälische Wilhelms-Universität Münster trauert um ihr Mitglied, den emeritierten Universitätsprofessor für Geschichte der Medizin

Dr. med. Richard Toellner

der am 2. Januar 2019 verstorben ist.

Richard Toellner wurde am 2. Januar 1930 in Werther (Westf.) geboren. Nach dem Studium der Medizin, Theologie und Geschichte in Mainz, Tübingen und Rom folgten 1961 die Promotion zum Doktor der Medizin in Tübingen und 1968 die Habilitation in Münster. Zum Wissenschaftlichen Rat und Professor wurde er 1971 ernannt. 1971 folgte er einem Ruf auf den Lehrstuhl für Geschichte der Medizin an die Freie Universität Berlin.

Mit Wirkung vom 14. April 1974 wurde Richard Toellner zum ordentlichen Professor für das Fach Geschichte und Theorie der Medizin und zum Direktor des Instituts für Geschichte der Medizin an der Universität Münster ernannt, das er bis zu seiner Emeritierung 1995 leitete.Vom 1. Oktober 1977 bis zum 30. September 1978 war er Dekan des damaligen Fachbereiches 5 – Vorklinische und theoretische Medizin. Richard Toellner war Mitglied zahlreicher Fachgesellschaften und seit 1987 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Seine breitgefächerten Forschungsschwerpunkte in der Medizingeschichte reichen von der Antike bis zur Medizin im Nationalsozialismus. Zudem arbeitete er intensiv zu Fragen der Medizintheorie und -ethik. Nicht zuletzt war er Gründungsmitglied und langjähriger Vorsitzender der gemeinsamen Ethikkommission der WWU und der Ärztekammer Westfalen-Lippe, die eine Vorreiterrolle in Deutschland spielte.

Die Universität Münster verliert mit Richard Toellner einen anerkannten Forscher, einen engagierten Lehrer und Arzt, einen hochgeschätzten Menschen und Kollegen, der sich bleibende Verdienste um die Wissenschaft an der Medizinischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster erworben hat.

Der Rektor der Westfälischen Wilhelms-Universität
Johannes Wessels

Der Dekan der Medizinischen Fakultät
Mathias Herrmann

Die Direktorindes Instituts für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin
Bettina Schöne-Seifert

Aktuelles aus dem Institut in Netz und Medien

  • Münsteraner Memorandum Heilpraktiker. Ein Statement der interdisziplinären Expertengruppe "Münsteraner Kreis" zu einer Neuregelung des Heilpraktikerwesens.
  • Eizellspende und Leihmutterschaft. Wie viele Mütter verträgt ein Kind? Gespräch mit Prof. Bettina Schöne-Seifert  vom 16.04.2017 im Deutschlandradio Kultur. Im Stream zum Nachhören
  • "Wie dürfen wir Kinder machen?" Zu diesem Thema diskutierten am "Philosophischen Stammtisch" des Schweizer Fernsehens Prof. Bettina-Schöne Seifert, Konrad Paul Liessmann und Catherine Newmark unter der Leitung von Barbara Bleisch. Dürfen Frauen mit 60 schwanger werden? Haben Embryonen Rechte? Was spricht gegen Designerbabys? Und warum sollen wir Menschen uns nicht verbessern, wenn es technisch machbar ist? Link zum Video

Einladung zum Fortbildungsseminar des Fachverbandes Medizingeschichte

9. und 10. Mai 2019 in Münster

Das Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin der WWU Münster lädt ein zum diesjährigen Fortbildungsseminar zum Thema

Zeitgeschichte der Medizin seit 1945: Fragen, Themen, Konzepte, Probleme

Biomedizin, technische Diagnostik, klinische Studien, therapeutische Revolutionen, der Schatten der NS-Medizin, Internationalisierung, Expansion und Ausdifferenzierung der Hochschulmedizin, Patientenautonomie, neue Akteure im Gesundheitswesen. Bereits wenige Schlagworte zeigen, dass die Medizin in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts von tiefgreifenden Wandlungen geprägt war. Die Komplexität und Widersprüchlichkeit vieler dieser Entwicklungen und das Fehlen etablierter Narrative stellen die Medizinhistoriographie vor Herausforderungen. Was bedeutet es heute, „Zeitgeschichte der Medizin“ zu betreiben? Auf welche Fragen, Herangehensweisen und Deutungsangebote der allgemeinen Zeitgeschichtsforschung kann sie zurückgreifen? Welche spezifischen Herausforderungen und Probleme stellen sich der medizinischen Zeitgeschichte? Welche Themen zählen mittlerweile zum „Kanon“ in der Lehre – und welche gehören noch dazu? Gibt es eine Gegenwartsgeschichte der Medizin?

Ausgehend von diesen Fragen wollen wir uns entlang aussagekräftiger Beispiele einen Überblick über die Forschungslandschaft verschaffen und Fragen zu Perspektiven, Periodisierungen, Quellen, Epistemologien und Wechselwirkungen zwischen Medizin, Politik und Gesellschaften bearbeiten. Als internationalen Gastreferenten konnten wir Dr. Carsten Timmermann (Manchester) gewinnen, der uns britisch-amerikanische Entwicklungen und transnationale Perspektiven vorstellen wird. Prof. Heiner Raspe (Lübeck/Münster), Pionier der Evidenzbasierten Medizin in Deutschland, wird uns in die Geschichte der EbM einführen und mit uns über Epistemologie und Praxis der klinischen Medizin seit den 1980ern diskutieren.

Das Seminar soll Einblick in rezente Forschungsfragen der medizinischen Zeitgeschichte vermitteln, in relevante Themen einführen, Impulse für die eigene Lehre liefern und zur Reflexion über die unmittelbare Vorgeschichte der Medizin der Gegenwart anregen.

Diese Einladung wendet sich insbesondere an Kolleginnen und Kollegen (promoviert oder nicht promoviert), die mit medizinhistorischer Forschung und Lehre befasst sind. Im Vorfeld des Seminars werden ausgewählte Texte zur Vorbereitung versandt.

  • Ort: Hörsaal des IEGTM, Von-Esmarch-Straße 62, 48149 Münster
  • Beginn: 9. Mai um 14:00 Uhr,
  • Ende: 10. Mai um 13:00 Uhr

Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen begrenzt. Kosten für Reise und Übernachtung können leider nicht übernommen werden.

Wir bitten um Weiterleitung dieser Einladung an interessierte Kolleginnen und Kollegen.

Münster, den 29. Januar 2019

Hans-Georg Hofer
David Freis
Ralf Forsbach

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Ringvorlesung des Zentrums für Wissenschaftstheorie (ZfW) im Wintersemester 2018/2019

Praxis und Wissenschaft

Die Ringvorlesung des ZfW wird im Wintersemester 2018/2019 von Herrn Prof. Raspe und Herrn Prof. Hofer organisiert

Flyer zum Download
Plakat zum Download

Zeit: 18:15-19:45 Uhr
Ort: Hörsaal JO1, Johannisstraße 4, 48143 Münster

  • 25.10.2018: Heiner Raspe (Münster und Lübeck, klinische Medizin) - Handeln, Forschen und Wissenschaft in der klinischen Medizin
  • 15.11.2018: Nexhmedin Morina (Münster, Psychotherapie) - Psychotherapie: Praxis, Empirie und Theorie
  • 22.11.2018: Bijan Nowrousian (Münster, Rechtspflege) - Letzte Instanz – Entstehung und Vermittlung von Wissenschaft in der Rechtspflege
  • 06.12.2018: Traugott Roser (Münster, Praktische Theologie/Seelsorge) - Fallstudien, Verbatims, Empirie: Von Erfahrungswissen und Reflexionsbedarf in der Seelsorgetheorie
  • 10.01.2019: Ewalt Terhart (Münster, Pädagogik) - Von der Erziehung zur Erziehungswissenschaft – und zurück
  • 24.01.2019: Ulrich Krohs (Münster, Philsophie) - Praxis und Wissenschaft – eine philosophische Verortung

Aktuelle Monografien und Sammelbände aus dem Institut

  • Hofer, H. G.; Forsbach, R. (2018): Internisten in Diktatur und junger Demokratie. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin 1933-1970, hrsg. von U. R. Fölsch, C. Sieber und M. G. Broglie, Berlin: MWV
  • Hofer, H. G.; Becker, T; Fangerau, H.; Fassl, P. (2018, Hrsg.): Psychiatrie im Ersten Weltkrieg. Konstanz: UVK
  • Petermann, H. I.; Harper, P. S.; Doetz, S. (2017, Hrsg.): History of Human Genetics. Aspects of Its Development and Global Perspectives. Berlin u.a.: Springer. Link
  • Ach, J. S. ; Denkhaus, R.; Lüttenberg, B. (2016, Hrsg.): Forschung an humanen embryonalen Stammzellen - Aktuelle ethische Fragestellungen. Berlin: Lit (Münsteraner Bioethik-Studien 13).
  • Ach, J. S.; Lüttenberg, B. Nossek, A. (2015, Hrsg.): Neuroimaging und Neuroökonomie - Grundlagen, ethische Fragestellungen, soziale und rechtliche Relevanz. Berlin: Lit (Münsteraner Bioethik-Studien 14).
  • Hofer, H. G.; Forsbach, R. (2015, Hrsg.): Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin in der NS-Zeit. Stuttgart: Thieme
  • Muders, S.; Schöne-Seifert, B.; Rüther, M.; Stier, M. (2015, Hrsg.). Willensfreiheit im Kontext. Interdisziplinäre Perspektiven auf das Handeln. Münster: Mentis.
  • Ach, J. S.; Lüttenberg, B., Quante, M. (2014, Hrsg.): wissen. leben. ethik: Themen und Positionen der Bioethik. Münster: mentis.
  • Stier, M. (2014) Willensfreiheit. Bestimmt mein Gehirn oder bestimme ich? München: Reinhardt.
  • Ferdinand, U.; Kröner, H.-P.; Mamali, I. (2013, Hrsg.) Medizinische Fakultäten in der deutschen Hochschullandschaft 1925-1950. Heidelberg: Synchron
  • Heitkötter, B. (2013) Geburtshilfe und Gynäkologie im Nationalsozialismus. Peter Esch und die Frauenklinik der Universität Münster von 1925 bis 1950. Münster: Aschendorff
  • Hoesch, M.; Muders, S.; Rüther, M. (2013, Hrsg.) Glück-Werte-Sinn. Metaethische, ethische und religionsphilosophische Zugänge zur Frage nach dem guten Leben. Berlin: de Gruyter
  • Hucklenbroich, P.; Buyx, A. (2013, Hrsg.) Wissenschaftstheoretische Aspekte des Krankheitsbegriffs. Münster: mentis
  • Lüttenberg, B.; Muders, S. (2013, Hrsg.) Von Arztethos bis Verteilungsgerechtigkeit - Eine Einführung in die Medizinethik. Stuttgart: Hirzel
  • Lüttenberg, B.; Paslack, R.; Ach, J. S.; Weltring, K. M. (2012, Hrsg.) Proceed with caution? Concept and application of the precautionary principle in nanobiotechnology. Berlin: Lit
  • Rüther, M. (2013) Objektivität und Moral. Ein problemgeschichtlich-systematischer Beitrag zur neueren Realismusdebatte in der Metaethik. Münster: mentis
  • Rüther, M.; Schöne-Seifert, B.; Stier, M.; Muders, S. (2013, Hrsg.) The Philosophy of Psychatry and Biologism. Research Topic, in: Frontiers in Theoretical and Philosophical Psychology