MARINA managing risks of nanomaterials – steht für eine intelligente Teststrategie, ganzheitliche Bewertung und modulare Verknüpfung von Wissen und Informationen zur Validierung von wissenschaftlich basierten Risikobewertungskriterien. In dem Ansatz geht es darum von toxikologischen Analysen einzelner Nanomaterialien ausgehend zur Entwicklung unterschiedlicher Tools für eine systematischere Gesundheits- und Umweltsicherheitsbewertung, zu gelangen, mit deren Hilfe das allgemeine Risiko unterschiedlicher Gruppen industriell hergestellter Nanomaterialien aufgrund ihrer pysiko-chemischen Eigenschaften bewertet werden kann.

Für Chemikalien in ihrer traditionellen Form gibt es standardisierte Verfahren zur Materialidentifikation, Aussetzungs-, Gefährdungs- und Risikobeurteilung. Allerdings ist bisher unklar, wie diese Verfahren modifiziert bzw. erneuert werden müssen,  um vor allem den neuen Eigenschaften dieser Materialien gerecht zu werden. Es besteht die Notwendigkeit, die bestehenden Methoden zu evaluieren und gleichzeitig Referenzmethoden für die unterschiedlichen Risikobewertungsschritte zu entwickeln. MARINA hat sich zum Ziel erklärt, Risikomanagementmethoden zu entwickeln sowie zu validieren. Um dieses Ziel zu erreichen, adressiert MARINA vier zentrale Themen der Risikobewertung: Materialien, Frei- bzw. Aussetzung, Gefährdungsanalyse und Risiko. In MARINA entwickeln wir über die bestehenden Analysen hinausgehend Referenzmethoden aus jedem dieser Themenkomplexe und integrieren diese in eine Risiko-Management Strategie, die sich sowohl auf gesundheitliche als auch die Umwelt betreffende Fragestellungen anwenden lässt.

MARINA benutzt und entwickelt

1. ein gut analysiertes Set Referenzmaterialien, charakterisiert mit vollständig validierten  Referenzmethoden. (Arbeitspaket 3-4)

2. Methoden, zum weiteren Verständnis der Eigenschaften, Interaktionen, Freisetzung und Verbleib dieser Materialien im Bezug zu gesundheitlichen sowie die Umwelt betreffenden Aspekten (Arbeitspaket 5-8).

3. validierte, harmonisierte und standardisierte Referenzmethoden zur Gefährdungsanalyse sowohl für gesundheitliche als auch die Umwelt betreffende Faktoren, was dann in einer Intelligent Testing Strategy (IST) zusammengeführt wird (Arbeitspaket 9-11).

4. Risikobewertungs-Tools durch die Kombination der Elemente aus 1. – 3.; Strategien zur Überwachung von Materialfreisetzungen, die für gesundheitliche oder die Umwelt befassende Aspekte wichtig sind (unter anderem Bestimmung des Ausmaßes bzw.  Umweltverschmutzungsszenarios, verursacht durch massive Freisetzung, z. B. bei einer Explosion) und Integration solcher Szenarien in die Risiko-Management-Strategie zur Risikominimierung (Arbeitspaket 12-15).

Im Bereich der Gefährdungsanalyse (AP 9), sind wir in die Identifizierung und Evaluation von existierenden in vitro Test involviert. Mit unserer großen Erfahrung bei der Entwicklung und Verwendung von in vitro Testmethoden für Nanopartikel integrieren wir unsere bestehende Testmatrix aus verschiedenen Zelllinien und Assays in die Evaluation der Teststrategien. Darüber hinaus sind wir an der Validierung neuer Testmethoden beteiligt, die Impedanzmessungen ebenso beinhalten, wie Vorüberlegungen zur Integration von Digitaler Holographie.